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Julia Schopmans berichtet aus Perth (Australien)

Demi-Pair in Perth- September bis Januar

Eigentlich stand für mich schon lange fest, dass ich nach 12 Jahren Schule nicht sofort mit einem Studium starten, sondern erstmals eine gewisse Zeit im Ausland verbringen wollte. Ich schwankte lange Zeit zwischen Spanien bzw. Südamerika, also einem spanisch sprechendem Land und Australien. Der Grund, warum ich mich letztendlich für Australien, einem englisch- sprachigem Land, entschieden habe, war das Demi-Pair Programm von IST. Hier konnte ich einen Au-Pair- Aufenthalt mit einem 12-wöchigen Sprachkurs verknüpfen, den ich meiner Meinung nach dringend nötig hatte, um meine eingerosteten Englischkenntnisse wieder aufzufrischen. Ein Demi-Pair arbeitet zwischen 15 und 20 Stunden pro Woche und muss einmal wöchentlich Babysitten.

Der Abflugtermin wurde auf Mitte September festgelegt.  Nachdem bei mir  drei Wochen vor Abflug die Gastfamilie endlich feststand, mit der ich zuvor einmal geskypt  und einige E-Mails geschrieben hatte, um sicher zu gehen, dass die Chemie zwischen uns stimmt, einer Abschiedsfeier mit vielen Tränen, ging das Abenteuer Down Under am 17. September zusammen mit meiner Freundin Sarah los.

Ich glaube so richtig realisiert, dass ich jetzt bald über 14000 Kilometer von zu Hause weg sein werde, habe ich erst , als ich in unserem schwülen Hostelzimmer in Singapur lag, wo wir 5 Tage einen Zwischenstopp einlegten, und krampfhaft versuchte einzuschlafen, während mir tausend Gedanken durch den Kopf schossen: Warum gerade Australien und nicht doch Spanien? Spanien wäre nicht so weit weg von Deutschland gewesen, hätte keine 7 h Zeitverschiebung gehabt und zudem beherrsche ich die spanische Sprache definitiv besser als die englische! Werde ich hier echt einer meiner coolsten Zeit im Leben verbringen, so wie mir das jeder prophezeit hat? Werde ich mich mit meiner Gastfamilie verstehen? Was ist, wenn sie zu viel von mir verlangt und ich den Aufgaben nicht gerecht werden kann? In diesem Gedanken-“Wirrwarr” bin ich dann, glaube ich, morgens so gegen  4:00 am eingeschlafen. Trotz der ganzen Ängste, Zweifel und Befürchtungen hinsichtlich meines Australienaufenthaltes haben wir die Zeit in Singapur echt genossen. Es ist eine wahnsinnig faszinierende und aufregende  Stadt, die viel zu bieten hat und in der man viel erleben kann.  

 Wir sind  dann nach einem 7 stündigen Flug morgens um 6:00 am in Perth gelandet und erlebten zuerst eine nervenraubende Zollkontrolle. Die Australier sind in dieser Hinsicht sehr streng und man musste  jedes noch so kleine Detail, was sich im Koffer befand, angeben. Danach wurden wir von einer Mitarbeiterin der Phoenix Academy abgeholt und zu unseren Gastfamilien gefahren. Als wir das Flughafengebäude verließen, war ich jedoch erst mal etwas irritiert. Es war eisig kalt! War ich nicht in Australien? Irgendwie verknüpfte ich immer mit Australien Sommer, Sonne und Hitze und auch meine Gastfamilie hatte mir ein paar Tage zuvor in einer Mail geschrieben “We have such a beautiful weather here- 29 degrees today- spring is here” Nur an dieser Stelle eingeschoben ein kurzer Kommentar bezüglich des Wetters. In meinem  Reiseführer Lonely Planet wird Perth im ersten Satz folgendermaßen definiert “Der Himmel über dieser modernen Stadt am Swan River ist fast immer strahlend blau.”, was jedoch leider nicht ganz für dieses Jahr zutraf.  Bis Ende November, Anfang Dezember war das Wetter sehr wechselhaft. Es gab zwar immer wieder ein paar vereinzelte schöne Tage, aber die kalten und regnerischen haben deutlich überwogen.

Aber zurück zu meiner Ankunft in Perth. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir beim Haus meiner Gastfamilie, in Duncraig, meiner neuen Heimat auf Zeit, an. In Wirklichkeit waren es allerdings nur 30 Minuten Fahrt und ich würde rückblickend  jetzt sagen, was ist schon eine 30-minütige Fahrt, das ist ja ein Katzensprung! Im Durchschnitt fährt man hier in Perth  1 Stunde oder länger mit dem Bus und der Bahn, um zu dem gewünschten Ziel zu gelangen, wenn man nicht ganz so zentral wohnt. Nervös und mit Herzklopfen stand ich mit der Mitarbeiterin der Agentur vor der Haustür, als diese schwungvoll von Sharon, meiner Gastmutter, geöffnet  und ich mit einer sehr herzlichen Umarmung in Empfang genommen wurde. Gleich darauf tauchten Gary, mein Gastvater, und Jarrad, das 5-jährige Kind der Familie, auf, um mich ebenso willkommen zu heißen.  Jarrad war ganz aufgeregt und wollte mir sofort alles zeigen, nachdem ich meinen Koffer in mein Zimmer, einen liebevoll eingerichteten Raum, gebracht hatte.

Er und ich spielten mit unzähligen Spiesachen an diesem Morgen, sprangen auf dem Trampolin (was mir zu dem Zeitpunkt noch Spaß machte  :D), schauten Fotos von meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland an und unterhielten uns. Sharon und Garry erklärten mir meine künftigen Aufgaben. Zum Lunch sind wir dann an den Strand gefahren und es war einfach atemberaubend! Die salzige Luft, der weiche Sand und soweit meine Augen sehen konnten Wasser. Noch nie im Leben hatte ich so  gigantisch große Wellen gesehen. Als ich dann abends völlig erledigt in meinem großen Bett mit meinen fünf Kissen lag, war ich mir 100%-ig sicher, dass ich mich hier wohlfühlen würde. Schon am nächsten Morgen begann mein 12-wöchiger Sprachkurs an der Phoenix Academy in Leederville, einem Vorort von Perth. Meine Gastmutter hatte sich extra für den Tag freigenommen, um mich zur Schule zu bringen und wieder abzuholen. Am Nachmittag haben wir dann gemeinsam Jarrad von der Primary School abgeholt, denn dies war eine der Aufgaben, die ich in der kommenden Zeit zu erledigen hatte. Da seine Schule immer erst um 3:00 pm zu Ende war und wir eine halbe bis dreiviertel Stunde nach Hause laufen mussten, verging die Zeit bis zum Abendessen um 6:00 pm immer wie  im Flug. Wir verbrachten entweder noch einige Zeit auf dem Spielplatz vor der Schule, was Jarrad die Möglichkeit bot noch etwas mit seinen Klassenkameraden zu spielen, während ich die Gelegenheit hatte, mit den anderen Eltern zu quatschen (manchmal habe ich mich echt schon wie eine richtige Mutter gefühlt :D) oder wir gingen sofort nach Hause und spielten dann im Garten, sprangen auf dem Trampolin (Jarrads absolute Lieblingsbeschäftigung!), lasen Bücher, gingen mit dem Hund spazieren, spielten im Park, backten Kuchen oder Weihnachtsplätzchen, bastelten und vieles mehr. Wir hatten auf jeden Fall fast jeden Nachmittag einen riesigen Spaß zusammen. Als es Anfang Dezember endlich begann richtig heiß zu werden, verbrachten wir 2 Stunden oder länger im Pool und spielten Wasserball, Piggy in the middle, spritzten uns einfach mit den Wasserpistolen nass oder spielten “ mummy and babyfish“. Nachdem Jarrad dann immer so gegen 19 Uhr schlafen ging, hieß es für mich Hausaufgaben erledigen und Vokabeln lernen. Meistens bin ich dann immer gegen 22.30 Uhr Tod müde ins Bett gefallen.

Natürlich gab es auch vereinzelte Situationen, in denen ich an meine Grenzen gestoßen bin und ich echt an meinen Kompetenzen gezweifelt habe. Aber ich denke, dass das ganz normal ist und jedes Au-pair mal Tage hat, an denen einfach alles schief geht.

Dadurch, dass ich morgens immer in der Schule war und nachmittags auf Jarrad 3 Stunden aufpasste, war mein Tag sehr abwechslungsreich. Die Schule bot mir die Möglichkeit andere Au-pairs/ Demi-pairs, vor allem aus der Schweiz und Deutschland,  kennenzulernen, mit denen man sich während der Pausen austauschen konnte. Top Thema Nummer 1 waren oft “unsere” Kinder und deren süßes bzw. teilweise auch unmögliches Verhalten. Aber man lernte natürlich auch Leute aus anderen Nationen kennen, wie beispielsweise Chinesen, Japaner, Koreaner, Franzosen, Thailänder…Dies war sehr spannend und es kamen auch immer wieder heiße Diskussionen während des Unterrichtes auf, als es um Themen wie Umweltschutz, Armut in Entwicklungsländern, Regierungssysteme, medizinische Fortschritte in den  letzten 100 Jahren, Genmanipulation etc. ging, aufgrund der verschiedenen Ansichten der Kulturen. Der Unterricht war fast nie langweilig, außer wenn man vielleicht zum x-ten Mal die diversen Futur-Zeiten wiederholt hat, und es hat sich nach einigen Wochen eine richtig gute Klassengemeinschaft gebildet (auch wenn man leider aufgrund des Moderation-Tests alle 6 Wochen neu zusammen gewürfelt wurde). Selbst in den Schulferien habe ich mich noch mit meinen Klassenkameraden für ein  Barbecue am Strand getroffen oder einfach in der City, um etwas zu trinken. Durch den Sprachkurs und das Leben in der Gastfamilie merkte ich, wie sich mein Englisch von Woche zu Woche verbesserte. Am Anfang meines Aufenthaltes konnte ich mir zum Beispiel nicht so wirklich vorstellen, dass ich jemals einen englischen Film vollständig verstehen würde.

Am Wochenende habe ich meistens an einem Tag etwas mit meiner Gastfamilie unternommen und den  anderen Tag mit meinen Freunden verbracht. In Perth und der Umgebung  gibt es sehr viel zu erkunden, wie das kleine Örtchen Fremantle, den Caversham Wildlife Park, den Kingspark, Perth Zoo, Matilda Bay, das Swan Valley, die unzähligen Strände (Cottesloe, Trigg, City Beach, Scarborough), die Outdoor movies und vieles mehr. Zu meinen Highlights zählten der Besuch auf Pinguin Island, das Wochenende auf Rottnest Island, der Familienurlaub in Margaret River und das Sandboarding in Lancelin, das meine Familie für mich und meine Freunde organisiert hatte.

Auch Weihnachten stellte kein Problem für mich da. Durch die Herzlichkeit meiner Gastfamilie hatte ich kein Heimweh und ich fand es toll zu erleben, wie man bei 40 Grad Weihnachten feiern kann.  Es war nicht so wie zu Hause, aber trotzdem klasse. Auch Silvester war ein unvergessliches Erlebnis, da ich es gemeinsam mit meinen Freunden am Strand feierte.

Schweren Herzen werde ich meine “Aussie- family” jetzt nach 15 Wochen verlassen und das Land noch einige Monate mit „work and travel“ bereisen. Ich habe hier viele schöne Momente erlebt, an die ich mich bestimmt noch lange zurück erinnern werde und meine ganzen Ängste, Zweifel und Befürchtungen sind glücklicherweise nicht wahr geworden.  Die Zeit  verging leider  viel zu schnell, aber ich bin mir sicher, dass es nicht das letzte Mal war, dass ich meine Gastfamilie besucht habe- I will come back 2017 to the opening ceremony of the new harbour ;):D

Zum Schluss möchte ich noch etwas an eventuell angehende Au-Pairs/Demi-Pairs loswerden.  Es ist ein unglaubliches  und unvergessliches Erlebnis. Die Menschen, die man aus anderen Kulturen kennen lernt, sind alle so hilfsbereit und liebevoll, dass man sich am Ende der Reise gar nicht mehr von ihnen trennen möchte. IST ist es gelungen, mir einen reibungslosen Start in Down Under zu ermöglichen. Danke IST! Wenn Ihr die Möglichkeit dazu habt, einen solchen Aufenthalt über die Organisation IST anzutreten, tut es!

kind regards

Julia

 

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