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Perth: Fenja Litzenroth

Erfahrungsbericht Au Pair in Australien

Schon lange vor meinem Abschluss stand für mich fest, dass ich danach unbedingt als Au Pair nach Australien gehen möchte. Seitdem ich das erste Mal von der Möglichkeit gehört hatte, wurde dieser Wunsch immer stärker und als ich dann endlich mein Abitur in der Tasche hatte, konnte ich es kaum noch abwarten. Am letzten Tag im Juli ging es dann endlich los! Von Familie und Freundinnen wurde ich am Flughafen verabschiedet und meine große Reise begann. Nach einem Stop in Dubai und 16 Flugstunden kam ich dann endlich in Perth an. Ich konnte es kaum glauben, ich war in Australien!! Am Flughafen wurde ich dann von meiner wundervollen Gastmutter, die ich sofort ins Herz schloss, in Empfang genommen. Kurz darauf kam auch schon der erste kleine Kulturschock: Auf der linken Seite zu fahren ist doch nicht so ganz ohne!

Schließlich kamen wir aber heil in meinem neuen Zuhause an, wo ich auch gleich meine 2 Jungs kennenlernte: Thomas (10) und Cooper (9). Sie hatten sofort viele Fragen für mich und haben mich wirklich total lieb empfangen. Kurz darauf lernte ich dann auch gleich den Gastvater kennen, der auch sehr nett war und mich in seiner Familie willkommen hieß. Nach dem gemeinsamen Abendessen war ich aber auch echt geschafft von der langen Reise und all den neuen Eindrücken, dass ich gleich schlafen ging.

Die nächsten Tage wurde mir der Tagesablauf erklärt, ich lernte, auf der linken Seite Auto zu fahren und mir wurde die Umgebung gezeigt, sodass ich die Wege zu den Schulen, zum Einkaufszentrum usw. kannte. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell man sich in einer absolut fremden Umgebung und einer fremden Familie zurecht findet!

Schon bald kam ich in Perth auch ohne Navi zum Ziel, ich lernte schnell andere Au Pairs kennen, mit denen ich vor allem am Wochenende viel unternahm, und auch mit den Kindern lief es immer besser. Meine Arbeit war auch nicht allzu schwer. Da die beiden in die Schule gingen, hatte ich die Vormittage immer frei und auch im Haushalt musste ich nicht sonderlich viel machen. Hauptsächlich Wäsche waschen, aufhängen, zusammennehmen, den Geschirrspüler ein- und ausräumen, Kleinigkeiten einkaufen, ein bisschen für Ordnung sorgen und die Kinder zur Schule, zum Football und anderen Freizeitaktivitäten fahren. Es blieb also mehr als genug Zeit für mich, Freunde zu treffen und die wunderschöne Stadt Perth zu erkunden, in die ich mich sofort verliebte!

Jetzt aber noch einmal genauer zu meinen Jungs: Die beiden waren einfach die Besten und ich habe sie ganz schnell ins Herz geschlossen. Sie waren wirklich ganz toll erzogen, sie waren nie frech oder beleidigend zu mir, was nicht unbedingt selbstverständlich ist. Natürlich sind es keine Roboter, die alles machen, was man ihnen sagt, von daher gab es auch immer mal wieder Diskussionen, wenn sie zum Beispiel ihre Zimmer aufräumen oder mit Computer spielen aufhören sollten, aber mit viel Durchsetzungsvermögen und ein paar Verhandlungen ließen sich auch diese kleinen Probleme immer lösen. ;)

Für mich war Au Pair sein immer mehr als nur ein Job, da man es auch nicht wirklich als einen normalen Job betrachten kann. Es ist nicht wie ein Büro, was man abends verlässt und erst am nächsten Morgen wieder betritt. Man ist rund um die Uhr an seiner „Arbeitsstelle“, daher gibt es auch nicht so etwas wie richtigen Feierabend. Auch wenn abends die Eltern nach Hause kommen und man eigentlich „abgelöst“ wird, hat man nicht richtig frei. Die Kinder sind ja immer noch um dich herum und da du für sie keine Arbeitskraft, sondern ein Familienmitglied bist, kommt es oft vor, dass sie dich auch außerhalb deiner Arbeitszeiten mal fragen, ob du mit ihnen noch ein Spiel spielst oder einen Film guckst. Meine Gastmutter hat immer versucht, den Jungs zu erklären, dass ich jetzt eigentlich frei habe, aber es hat mich auch nicht wirklich gestört und ich hab soweit ich mich erinnern kann auch nie nein gesagt. Nicht weil ich mich verpflichtet fühlte, sondern weil mir es Spaß gemacht hat, mit den Jungs Zeit zu verbringen. Wenn ich wirklich mal abends meine Ruhe brauchte, konnte ich immer in mein Zimmer gehen und eine geschlossenen Tür verstehen auch Kinder. Das kam aber eigentlich recht selten vor, meisten habe ich die Abende mit der Familie verbracht, insbesondere mit meiner Gastmutter, mit der ich eine Serie nach der anderen geschaut habe. :D

Ich habe in meiner Zeit als Au Pair unglaublich viel gelernt, vor allem in Verbindung mit den Kindern. Ich habe gelernt, was Frauen meinen, wenn sie sagen, Mutter sein ist ein Vollzeitjob. Ich habe gelernt, geduldig zu sein und Dinge genau zu erklären, damit die Kinder nachvollziehen können, was genau ich von ihnen erwarte oder warum. Verantwortung ist auch ein wichtiges Stichwort. Die Verantwortung für 2 Kinder zu haben, ist wirklich eine große Belastung und ich habe gelernt, mit dieser Belastung umzugehen und auch wichtige Entscheidungen für die Kinder zu treffen. Au Pair sein ist nicht einfach nur mal eben ein paar Stunden täglich auf Kinder aufzupassen. Es ist viel mehr als das. Die meisten Familien bekommen alle 6 Monate ein neues Au Pair, was bedeutet, dass das Au Pair ein wichtiger Faktor der Erziehung ist. Natürlich ist es Sache der Eltern, die Regeln für die Kinder aufzustellen, aber es ist deine Verantwortung dafür zu sorgen, dass die Kinder diese Regeln einhalten. Man übernimmt also sehr oft die Rolle der Eltern und das bedeutet, nicht nur spaßige Sachen mit den Kindern zu machen, sondern ihnen auch mal Sachen zu verbieten, ihnen wegzunehmen oder sie sogar zu bestrafen, wenn sie nicht auf dich hören. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen: Auch wenn man sich im ersten Moment schlecht fühlt, wenn man den Kindern etwas verbieten und sie anschließend sauer auf dich sind, meine Gasteltern haben es mir immer gedankt, dass ich auch mal streng war und ich glaube sogar, die Kinder auch. Wir hatten nämlich trotzdem oder vielleicht sogar gerade deswegen ein sehr gutes und enges Verhältnis. Wir hatten unglaublich viel Spaß zusammen, haben herumgealbert, uns Witze erzählt und hatten sogar nachher unsere eigenen Insiderwitze. Wenn sie aus der Schule kamen, haben sie alle möglichen Geschichten erzählt, was sie an dem Tag erlebt hatten und wenn wir dann abends einen Film zusammen gesehen haben, haben sie sich von beiden Seiten an mich angekuschelt und in diesem Moment ist es den ganzen Stress und das Haareraufen wert. Durch dieses halbe Jahr habe ich gelernt, dass es nichts Schöneres gibt, als wenn Kinder dich, eine fremde Person aus einem fremden Land, in ihr Leben lassen und alles mit dir teilen. Es ist eine Erfahrung, die ein sein ganzes Leben lang begleiten wird.

Der Abschied fiel mir und der Familie dementsprechend schwer. Die Kinder hatten die Arme um mich geschlungen und haben immer wieder gefragt, warum ich denn gehe müsse und auch meine Gastmutter hat ein paar Tränen weggedrückt. Ich hoffe sehr, dass ich sie eines Tages wiedersehen werde und sehen kann, was aus diesen 2 wundervollen Jungs geworden ist. Und wer weiß, vielleicht kommt ja einer von ihnen in 10 Jahren nach Deutschland, um Au Pair für meine Kinder zu sein. Das zumindest haben meine Gastmutter und ich so abgemacht. :)

Jedem, der darüber nachdenkt, als Au Pair nach Australien zu gehen, kann ich nur raten: Nimm deinen ganze Mut zusammen und tu es! Es ist ein einmaliges Erlebnis in einem wunderschönen Land, aus dem man so viele tolle Erfahrungen mitnehmen kann!

Viel Spaß,

eure Fenja :)

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