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Cornelia Schreiber berichtet aus Hertfordshire (England)

Nun ist es soweit, die erste Nacht in meinem eigenen Bett, in meinem eigenen Zimmer, in meinem zu Hause liegt hinter mir. Gestern um diese Zeit habe ich meinen letzen Arbeitstag in Little Hadham, Hertfordshire, England angetreten. Das letzte Mal habe ich „meine“ Kinder geweckt und in die Schule gebracht. 365 Tage Abenteuer liegen hinter mir und ich muss wirklich sagen, es war ein riesengroßes Abenteuer!

20. Juli 2005, 18:00, Flughafen Köln/Bonn. Meine Eltern und einige meiner Freunde haben mich zum Flughafen begleitet und nun ist es Zeit für mich, mich auf den Weg durch die Sicherheitskontrolle zu meinem Gate zu begeben und zwar alleine, ohne meine Familie und meine Freunde. Mulmig ist mir schon, ich weiß nicht, was ich davon halten soll und gefragt, was ich mir eigentlich dabei gedacht habe, ein Jahr als AuPair nach England zu gehen, habe ich mich sowieso schon ungefähr 100 mal in den letzen 24 Stunden.

Gut, jetzt ist es soweit, mein Flug in die Ungewissheit ist gestartet und jetzt gibt’s kein Zurück mehr, mein Gott bin ich aufgeregt! Gleich bin ich da und werde zum ersten Mal meiner neuen Familie für die nächsten 12 Monate gegenübertreten. Und schon wieder frage ich mich, wieso mich eigentlich niemand von dieser Schnapsidee abgehalten hat! Oh mein Gott, da steht eine Frau und die hat ein Schild in der Hand mit meinem Namen drauf, das ist wohl Linda, meine Gastmutter, ok, lächeln und ab ins Ungewisse!

Erstmal in mein zu Hause, ins „Mill House“ und die anderen meiner „neuen“ Familie treffen, Tony, meinen Gastvater, die beiden großen Jungs, Ashley und Matthew und dann endlich treffe ich auf die beiden Kleinen, Natalya und Sasha, für die ich von nun an zuständig sein werde.

Die ersten Wochen werden nicht einfach, habe ich doch (gegen alle Erwartungen) Heimweh. Gut, was tun? Das, was alle in diesem Fall tun, obwohl es eigentlich genau das Falsche ist, ich buche einen Flug nach Hause und bin nach 6 Wochen schon wieder für ein Wochenende in der Heimat. Schön war’s und viel Kraft habe ich gesammelt für die nächsten 5 Monate, denn das nächste Mal Heimaturlaub steht erst wieder für Weihnachten auf dem Programm. Im Flieger zurück treffe ich ein deutsches AuPair, die in Deutschland ganz in meiner Nähe wohnt und schnell sind Handynummern und Email Adresse ausgetauscht und das Versprechen, sich in London zu treffen ist gemacht.

Nach meinem Wochenende zu Hause sind die Ferien der Kinder zu Ende und für mich bedeutet das, mein Sprachkurs fängt an! Ich werde endlich andere AuPairs treffen und ich hoffe natürlich, dass ich die Eine oder den Anderen Deutschen dort treffen werde. Habe ich dann auch und zwar eine ganze Menge und es tat wirklich gut, mal wieder in seiner Muttersprache zu quatschen und festzustellen, das ja doch irgendwie alle die gleichen Probleme und Sorgen haben.

Schön, da ich nun weiß, dass ich nicht die einzige auf der Welt bin, der so geht. Schnell wird aus dem wöchentlichen Treffen in der Sprachschule die erste gemeinsame Fahrt nach London. Von nun an treffen wir uns regelmäßig zum Lunch, oder verabreden uns für Touren oder zum Weggehen am Wochenende.

Diese Ablenkungen brauchen wir aber auch, wie wir nach ein paar Wochen feststellen mussten. Unsere Gasteltern waren durchweg alles sehr lange arbeiten und bei mir kam noch hinzu, dass ich oft nächtelang mit den Kindern alleine war, da Linda und Tony abends oft wichtige Geschäftessen hatten. Dadurch kam es natürlich zu Spannungen und Problemen mit den Kindern, die verständlicherweise Mama und Papa und nicht ständig das „blöde“ AuPair um sich haben wollten. Gut, die nächste Herausforderung musste gemeistert werden, aber wie? In solchen Situationen ist es natürlich immer schön, wenn man sowohl zu Hause in der Heimat, als auch in England Ansprechpartner hat, mit denen man sich beraten kann. Gesagt, getan und nach und nach wurde auch das Verhältnis zwischen mir und den Kindern wieder besser.

Wir haben uns vorgenommen, soviel wie möglich von England zu sehen. Wir waren in London, haben den Status des Londoners genutzt und vieles gesehen, wozu man als Tourist gar keine Chance hat, weil man entweder zu wenig Zeit hat, oder überhaupt nicht an die Insidertipps rankommt. Im Frühjahr waren wir dann am Meer, im Süden Englands, wir sind nach Dublin und Edinburgh geflogen und haben auch sonst immer versucht, unsere Heimat auf Zeit zu erkunden. Neben diesen kleinen Highlights, die ich mit den anderen Deutschen erlebt habe, gab es auch noch meine persönlichen Highlights, eine Einladung zum Dinner bei meinen englischen Nachbarn, ein Brief oder ein Päckchen von zu Hause, ein besonders schöner Tag mit den Kindern oder Besuch von zu Hause. Das waren dann wahrscheinlich die Antworten auf meine „was mach ich eigentlich hier“ Frage. Diese vielen Kleinigkeiten und das Gefühl, dass man von den Kindern akzeptiert und gemocht wird, haben mir sehr über die schwereren Zeiten meines Aufenthaltes hinweggeholfen. Und irgendwann, nach ein paar Monaten, waren die Kinder meiner Gastfamilie plötzlich „meine Kinder“, das Mill House plötzlich „zu Hause“ und man konnte in die Stadt oder in die Disko gehen und hat immer wieder bekannte Gesichter getroffen, genau wie zu Hause. Das Gefühl, plötzlich in einem fremden Land nicht mehr fremd zu sein, sondern ein Teil davon zu sein, ist eine Erfahrung, die ich unter keinen Umständen missen möchte.

Die Erfahrungen, die man macht und die vielen schönen, aber auch nicht so schönen Erlebnisse machen diesen Aufenthalt zu einem Abenteuer. Eine sehr liebe, englische Freundin hat mir zum Abschied ein rosafarbenes Glücksschwein geschenkt, das einen Zettel im Arm hat. Darauf steht: Wenn Du meinst, Du kannst etwas nicht schaffen, dann denke an Dein Jahr in England und Du wirst merken, dass Du alles schaffen kannst, wenn Du den Glauben an Dich selbst nicht verlierst.

Nach meiner ersten Nacht in meinem eigenen Bett, in meinem eigenen Zimmer, in meinem zu Hause denke ich, mein Gott bin ich froh, dass mich niemand davon abgehalten hat, ein Jahr nach England zu gehen. Die Erfahrung, alles schaffen zu können, wenn man nicht aufgibt und die Erfahrung, sich in einem fremden Land Freunde zu suchen und wie zu Hause zu fühlen zu können, wäre mir vorenthalten geblieben. Ich habe sowohl aus den positiven als auch aus den negativen Dingen gelernt, ich bin froh und auch ein bisschen stolz auf mich, dass ich die 365 Tage Abenteuer hinter mich gebracht habe. Als ich gestern Abend aus der Tür des Flughafens trat, war mein Weg, den ich 12 Monate alleine gegangen bin, vorbei und von nun an gehe ich ihn wieder gemeinsam mit meiner Familie und meinen Freunden, die gekommen sind um mich vom Flughafen abzuholen.

Ich bin gespannt, was mich nun erwartet, aber mulmig ist mir nicht, das hat sich im Gegensatz zum letzten Jahr geändert. Denn, dass ich schaffen kann, was ich mir vornehme, habe ich mir selber bewiesen!!!

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