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Annette Dick berichtet aus London (England)

Zuerst einmal: Ich heiße Annette Dick, bin 22 Jahre alt und seit August bei einer Familie mit einem Kind in Nordlondon zu Gast.

Ich kann wohl sagen, dass ich so ziemlich die perfekteste Familie für mich erwischt habe! ;-)

Jeder hatte mich in Deutschland gewarnt: "Lass dich bloß nicht ausnutzen, wir haben schon so viel Schlechtes gehört." Ja woher denn bitte? Meiner Meinung nach reflektieren die Menschen genauso, wie man ihnen entgegengeht. Diese Einstellung hat sich absolut bewahrheitet. Nach nicht einmal 2 Wochen war ich fester Teil der Familie, was vor allem dadurch schön und bemerkbar wurde, dass sie auf mich angewiesen waren, ohne mich platzt der normale Tagesablauf. Klingt ziemlich arrogant, macht Dich aber zu einem festen Bestandteil der Familie.

Nach weiteren 4 Wochen hat mich meine Familie dann nach Cambridge "entführt", wo wir uns in einem Wahnsinnshotel haben verwöhnen lassen. Das Beste daran war, dass ich gleich noch eine Freundin mitnehmen durfte. Apropos Freunde: mir ist aufgefallen, dass man viel toleranter wird, was kleine Macken an Personen angeht. Irgendwie ist man anfangs ja aufeinander angewiesen und schaut schneller über Fehler hinweg, was einem auch selbst die Chance gibt, einen Menschen wirklich kennen zulernen. 1000 Pluspunkte. Ein kleiner Wehrmutstropfen wird allerdings vergossen, wenn man feststellt, dass Freunde früher nach Deutschland zurückgehen. Na ja, das macht wiederum flexibel und wie gesagt, wenn man Menschen anlacht, lachen Sie ja zurück und es entwickeln sich neue Freundschaften (hoffe ich zumindest, da Julia nicht mehr zurückkommt).

Noch was zum Thema Sprache. Ihr alle da draußen, macht Euch mal gar keine Gedanken darüber. Die Engländer sind ziemlich leicht zufrieden zustellen. Von Anfang an gab es nur Komplimente bezüglich des Englischs und allen meinen Freunden ging es genauso. Liegt eventuell daran, dass viele außer Englisch nichts anderes sprechen und es deshalb hoch anrechnen, wenn jemand 2 oder gar 3 Sprachen beherrscht.

Kultur? Essen ist gar nicht so schlimm, die Freundlichkeit und Höflichkeit ist total angenehm, manchmal wirkt der Engländer etwas kühl, was aber nur daran liegt, dass er sein "own business minded".

Geh in ein Pub und Du erlebst das Gegenteil.

So, nun gib Dir einen Tritt, bewirb Dich und werde genauso viel reicher wie ich mich nach 5 Monaten schon fühle. Ich freu mich auf die nächsten 7. Liebe Grüße, Annette

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