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Surrey: Nicole Z.

Erfahrungsbericht: Nicole Z. in West Horsley (Surrey), England

Dass meine Gastfamilie es eher locker angeht, hätte mir eigentlich schon bei dem ersten Anruf meiner Gastmutter klar sein müssen. Statt die Agentur zu kontaktieren, sodass ich mich auf einen möglichen Anruf hätte vorbereiten können, hat sie an einem Freitagabend einfach direkt zum Hörer gegriffen. Ziemlich überrumpelt von der Erkenntnis, dass sich meine potenzielle Gastmutter am anderen Ende der Leitung befindet, ist unser Telefonat erstaunlich gut gelaufen und am Ende des Gespräches wurde ich eingeladen, für ein Wochenende nach England zu kommen. Und natürlich habe ich dieses Angebot angenommen!
Und so flog ich bereits drei Wochen später das erste Mal auf die Insel, um mir anzuschauen, wo ich eventuell ein Jahr meines Lebens verbringen würde. Das Wochenende verlief super. Mit den drei Kindern kam ich gut klar und die Kleinste hat bereits auf der Rückfahrt zum Flughafen meine Hand gehalten, während die Mittlere ununterbrochen auf mich eingeredet hat - wovon ich nicht einmal die Hälfte verstanden habe! Schon in der darauffolgenden Woche bekam ich die Zusage meiner Gastfamilie, was hieß, ich hatte ganze vier Monate, mich auf meine Zeit in England vorzubereiten.
Als es dann endlich soweit war, war ich so aufgeregt, dass ich die ganze Woche davor kaum ein Auge zutun konnte und meine Laune in Sekundenbruchteilen von 'Juhu!!! England ich komme!' zu 'Oh mein Gott, ein ganzes Jahr, wie soll ich das bloß aushalten?!' wechselte. Schließlich stand ich mit meinen Eltern und meinem Bruder am Flughafen. Erst hier wurde mir so richtig bewusst, auf was ich mich eingelassen hatte und ich (ein Mensch, der schon vor einem Praktikum so nervös ist, dass er tagelang nicht schlafen und essen kann) hätte mich am liebsten bei meinen Eltern an den Beinen fest geklammert und sie gebeten, mich wieder mit nach Hause zu nehmen. Letztlich hat die Vernunft gesiegt und nach vielen Tränen seitens meiner Mutter und mir und langen Umarmungen von meinem Bruder, bin ich schließlich durch das Gate gegangen - in eine mehr oder weniger ungewisse Zukunft ...

Wie es immer so ist, stellte sich gleich nach der Landung heraus, dass meine ganze Nervosität total ungerechtfertigt war. Meine Gastmutter holte mich mit den Kids am Flughafen ab - mein Gastvater war auf Geschäftsreise zu dem Zeitpunkt - und war so nervös, dass sie nicht nur für uns Beide genug sprach, sondern dass sie beim Ausparken auch gleich den Spiegel abfuhr - was heute noch bei jeder möglichen Gelegenheit wieder zum Besten gegeben wird!
Generell habe ich schnell gemerkt, dass sowohl meine Gastmutter als auch mein Gastvater das Leben recht locker nehmen und das Lebensmotto meiner Gastmutter 'Accidents happen!' kam mir schon oft zu Gute. Vor allem mit ihr habe ich mich schnell gut verstanden und wir haben gemerkt, dass wir viele gemeinsame Ansichten und auch Interessen haben und es hat nicht lange gedauert, dass wir uns gegenseitig Bücher empfohlen oder getauscht und uns um Rat bei Kleidungsfragen gebeten haben! Mit meinem Gastvater hat es etwas länger gedauert, bis ich so locker mit ihm umgehen konnte, wie ich es mit meiner Gastmutter kann. Und dennoch verstehe ich mich bis heute nicht so gut mit ihm wie mit ihr und kann mit seiner immer guten Laune und typisch englischem Humor nicht immer umgehen ...
Aber an jeder schönen Geschichte gibt es immer einen Haken - in meinem Fall waren das die Kinder! Während ich bei meinem ersten Besuch mit ihnen noch so gut klar kam und sie mich scheinbar sofort in ihr Herz geschlossen hatte, machten die Mädels mir das Leben nun zur Hölle. Während der Große mich relativ schnell akzeptierte und ich bis auf das typische Grenzen austesten keine Probleme mit ihm hatte, waren seine kleinen Schwestern die reinsten Teufel.­ Die einfachsten Alltagssituationen wurden für mich zur Zerreißprobe. Beim Zubettgehen wurde ein Geschrei veranstaltet, bei dem die halbe Nachbarschaft zusammen schreckte. Beim Essen wurde gemäkelt, über mitgebrachte Snacks wurde sich beschwert, es wurde sich geweigert, mit mir Hausaufgaben zu machen und wenn ich babysitten musste, wurde sich bei der Mutter ans Bein geklammert und geschrien und geheult, sodass ich die Kinder regelrecht losreißen und festhalten musste. Es hat ganze zwei Monate gebraucht, bis ich die Mädels schließlich soweit hatte, dass sie mich akzeptierten und ich mir nicht mehr täglich Geschichten über das alte Au-Pair anhören musste. Aber schließlich wurde es besser und heute habe ich ein tolles Verhältnis zu den Kindern und bis auf die kleinen alltäglichen Probleme, könnte es nicht besser laufen!

Aber das Leben eines Au-Pairs besteht natürlich nicht nur aus der Gastfamilie!
Gleich in der ersten Woche half mir meine Gastmutter, mich im College anzumelden, wo ich ab September zwei Vormittage in der Woche hinging und viele andere Au-Pairs kennen gelernt habe, manche sogar in meiner Freizeit ab und an getroffen habe. Da ich gelernte Erzieherin bin, hat sie mir geholfen, einmal wöchentlich für einen Vormittag Freiwilligenarbeit in einem Montessorikindergarten zu finden, was mir unheimlich viel Spaß macht!
Und da wir im Zeitalter des Internet leben, war es auch nicht schwer, andere Au-Pairs in der Gegend kennen zu lernen. Während ich anfangs fast jedes Wochenende neue Leute getroffen habe, hatte ich bald einen festen Freundeskreis aufgebaut und verbrachte den Großteil meines Wochenendes entweder mit ihnen in Guildford (der nächstgrößeren Stadt) zum shoppen oder Kaffee trinken, im Kino oder abends im Pub oder im Club, oder damit, uns andere Städte und Orte in England anzuschauen. Oft hatte ich auch abends ein oder zwei Freundinnen zum DVD schauen oder einfach nur zum quatschen zu Besuch, was nach einer langen Arbeitswoche auch einfach mal entspannend sein kann, da andere Au-Pairs sich mit den gleichen Problemen wie man selbst rumquälen!

Abschließend kann ich sagen, dass meine Befürchtungen, die ich anfangs hatte, vollkommen unbegründet waren. Sicherlich hatte ich keinen einfachen Start, aber ich hatte Gasteltern, die ständig hinter mir standen, den Kindern klar gemacht haben, dass ich genauso eine Autoritätsperson bin wie ihre Eltern und zu denen ich immer gehen konnte, wenn ich Probleme hatte - und die auch bei den Gelegenheiten, bei denen ich die Spiegel vom Auto abgefahren oder der Beifahrertür einen langen Kratzer verpasst habe, ruhig geblieben sind.
Man muss sich darüber klar sein, dass es nicht immer ein Zuckerschlecken ist, auf Kinder aufzupassen, was nicht heißt, dass man mit ihnen nicht eine tolle Zeit haben kann.
Die Zeit als Au-Pair habe ich nicht bereut und würde mich jederzeit wieder genauso entscheiden. Ich bin in dieser Zeit so sehr über mich selbst hinaus gewachsen, habe so viele tolle Menschen kennen gelernt und Erfahrungen gesammelt ... ich würde es um nichts in der Welt missen wollen.
Wer auch immer sich dafür entscheidet, als Au-Pair ins Ausland zu gehen: ich hoffe, es wird für euch eine genauso tolle Zeit wie es für mich war!


 

 

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