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Lena K. berichtet aus Cork (Irland)

Für mich stand eigentlich schon seit langer Zeit fest, dass ich nach meinem bestandenen Abitur erst einmal ins Ausland möchte, hinaus in die Ferne, erst einmal ganz weit weg von daheim, mich erst einmal abseilen, bevor ich anfange zu studieren.

Schon ein Jahr vor meinen Abiturprüfungen stand fest, was ich machen werde, und nämlich als Aupair ins Ausland, es ist am einfachsten, unkompliziertesten und auf die Art und Weise lernt man am schnellsten die Sprache und Kultur. Ich hatte schon einmal einen kurzen Aupair Aufenthalt zwei Jahre davor mit 18 in Frankreich über den Sommer, also neun Wochen. Die Erfahrungen, die ich bei diesem ersten Aupair Aufenthalt gesammelt hatte, waren unglaublich! Es war das erste Mal, dass ich über eine längere Zeit, also länger als eine Woche, weg von daheim war und das auch noch ganz allein, ohne Freunde! Natürlich hatte ich Heimweh, aber es war überhaupt nicht schlimm, weil es hat mir auf eine komische Art und Weise gut getan, einfach mal zu wissen, wie es ist, nicht heim zu können, wann man will und überhaupt, einmal Heimweh zu haben, zu wissen, wie sich das anfühlt.

Außerdem muss man sagen, dass durch das Internet, z.b. Skype, die Möglichkeit geboten wird, den Kontakt nach Hause sehr gut aufrecht zu erhalten.

 

Dann musste ich mich nur noch entscheiden, wo es hingehen sollte.

Es stand fest, ich wollte in ein englischsprachiges Land, da ich in einem französischsprachigen Land schon war und meine englisch Note im Zeugnis, die schlechteste war und ich so eine Möglichkeit hatte, das wieder wett zu machen. Die meisten Länder schloss ich aus, weil der Flug dahin für mich schon viel zu teuer gewesen wären, wie z.b. Neuseeland, Australien, Amerika oder Kanada... warum soweit weg, wenn es auch ganz in der Nähe interessante Länder gibt?!

 

So lag die Entscheidung zwischen England, der früheren größten Seemacht der Welt, wo ich zwar schon mal war, aber auch nur für eine Woche und Irland, die unbekannte kleine Insel, von der man eigentlich nur weiß, dass früher dort viele Leute gestorben sind, weil die Kartoffeln krank waren und deswegen jeder, wer konnte nach Amerika ausgewandert ist.

Meine Neugier ließ mich für Irland entscheiden, die Insel, die flächenmäßig so groß ist wie Bayern (dem Bundesland, indem ich lebe) aber auf der nur ein Drittel der  bayerischen Bevölkerung leben.

 

Nachdem ich das Ziel meiner Reise wusste und ich auch endlich angemeldet war, ging alles sehr schnell, ich bekam mein Abitur Zeugnis in der Hand, war überglücklich, feierte ohne Ende, war noch mal schnell im Urlaub mit ein paar Klassenkameraden und dann ging es auch schon auf die große Reise nach Irland für sechs Monate.

 

Bewaffnet mit einem dicken Reiseführer, den ich schon vor der Reise fast vollständig gelesen hatte, stieg ich mit gemischten Gefühlen in das Flugzeug in Richtung einer Insel, die ich nur aus diesem einen Reiseführer kannte. Es war auch gleichzeitig das erste Mal, dass ich alleine geflogen bin. Gelandet bin ich dann in Dublin, bin da noch einmal kurz durch die Straßen gebummelt, bis ich dann schließlich in den Zug gestiegen bin und zu meiner Familie in Cork gefahren bin, ich habe mich selbst dafür entschieden, mir noch mal für zwei Stunden Dublin an zu schauen, bevor ich zu der Familie fahre.

 

In Cork hat mich dann eine liebe Familie empfangen mit drei kleinen aufgeweckten Kindern.

Die Große, vier Jahre alt, wollte gar nicht von meiner Seite weichen, weil sie so aufgeregt und neugierig war, leider war ich einfach nur kaputt und brauchte erst einmal Ruhe, das hat aber dann auch die Mutter schnell gemerkt und hat das Mädchen weggeschickt und mich in mein Zimmer gelassen.

 

Am nächsten Tag habe ich dafür ganz lang mit dem Mädchen gespielt und mit der Familie lange geredet.

 

Danach ging wieder alles wie im Fluge, die ersten Wochen, die Eingewöhnungszeit, die ersten Aupair Treffen, so viele fremde Gesichte, die aber schon bald so bekannt und familiär werden, die ersten Ausflüge, auf der kleinen Insel und irgendwann wird alles Routine und schließlich, wenn der Abschied naht, hat man sich so sehr daran gewöhnt, dass man gar nicht mehr weg will.

 

Im Allgemeinen kann man sagen, dass jedes Aupair, so ziemlich, irgendwann von Heimweh schmerzlich gepackt wurde, egal, ob gleich am Anfang oder doch erst später, was wichtig ist, um darüber hinwegzukommen ist, dass man sich Freunde macht in Irland, die kann man über die Agentur finden, aber auch über gewisse Internetforen. Außerdem ist es auch sehr wichtig, den Kontakt nach Hause gewissenhaft zu pflegen, um jemanden zu haben, von der Heimat, den man gut kennt, dem man alles erzählen kann, seinen ganzen Kummer, aber natürlich auch die schönen Sachen, die man erlebt hat. Das hat mir alles sehr gut geholfen, ohne meinen Freunden in Irland und in Deutschland, hätte mir Irland sicherlich nicht ansatzweise so viel Spaß gemacht.

Es gibt auch ein paar Dinge, die einem Deutschen in der Regel erst einmal schwerfallen, wenn er in eine irische Familie kommt. Beispielsweise ist man in Deutschland schon sehr sicherheitsbedürftig und, wenn man jemanden fragt, ob der einem helfen kann, und dieser antwortet mit„ja“, dann kann man davon ausgehen, dass der das dann auch macht... in Irland sagt allerdings jeder zu allem „ja“, die haben ein Problem mit dem „nein“ sagen. Was bedeutet, dass du nie wirklich weißt, ob dir jetzt jemand so richtig hilft oder nicht, auch, wenn er schon ja gesagt hat und vor allem, weißt du auch nie, ob der Weg, der dir auf der Straße beschrieben worden ist, stimmt oder nicht.

Es muss nicht in jeder Familie so sein und nicht für jeden Deutschstämmigen, ein Problem sein, aber mir fiel es ein paar mal sehr schwer allein deswegen, insbesondere am Anfang, als ich es noch nicht wusste, aber gegen Ende hatte ich den Dreh raus, wie man mit den Iren umgehen muss, wie man um etwas Bittet und wie man erkennt, ob sie es wirklich machen wollten oder nicht.

 

Die Arbeit mit den Kindern war natürlich am Anfang sehr schön, als man sich noch nicht so kannte. Später wurde es dann anstrengend, als jeder seine Grenzen kennen lernen wollte und auch die Eltern etwas strenger wurden. Zusammenfassend ist die Arbeit als Aupair aber eine schöne Sache und, wenn man die Kinder früher oder später dann in sein Herz geschlossen hat, was unausweichlich ist, dann läuft alles von alleine und die Arbeit macht dir Spaß.

Dennoch war ich an jedem Wochenende froh, als ich dann mit dem Auto irgendwohin gefahren bin mit meinen Aupairs. Ich habe wirklich versucht, die komplette Insel zu bereisen an meinen Wochenenden und ich muss sagen, ich habe es beinahe geschafft.

Man muss sich also wirklich ranhalten, wenn man alles sehen will, auch, wenn die Insel noch so klein ist, es gibt vieles zu sehen.

 

Nun komme ich zum Ende meines kleinen Berichts und muss sagen, für meine Zukunft, hat der Auslandsaufenthalt sehr viel gebracht! Im Kleinen hat es die Auswahl meines Studiumstandorts stark beeinflusst. Vor Irland, wollte ich ganz weit weg von Daheim, nur nicht in der Nähe studieren und jetzt als ich wieder daheim war, wollte ich unbedingt in der Nähe bleiben, da wollte ich gar nicht mehr weg. Ganz im Sinne des Spruches: „Man merkt nicht, was man hat, bis man es nicht mehr hat! Und man ist nicht wert, was man hat, bis man merkt, was man hat!“

Auf der anderen Seite hat es meine Englischsprachkenntnisse natürlich um ein Vielfaches verbessert, und macht einen guten Eindruck im Lebenslauf. Schließlich bin ich erwachsener, entschlossener und eigenständiger zurückgekommen nach Deutschland.

 

Alles in allem ist zu sagen, dass die Zeit in Irland, die sechs Monate, eine unvergessliche Zeit für mich war! Ich hatte zwar Momente, in denen ich dachte, ich will sofort heim, aber um so mehr Momente, die ich niemals vergessen will, weil sie so schön waren. Ich habe auch viele Orte gesehen, und vor allem auch viele Menschen kennen gelernt, welche die wenigen Momente des Heimwehs komplett wett gemacht haben.

 

Jetzt hoffe ich nur noch, dass ich den Kontakt zu den anderen Aupairs und zu meiner Gastfamilie aufrecht erhalten werde.

 

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