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Svenja Achter berichtet aus Auckland (Neuseeland)

Als ich kurz vor meinem Abitur stand, wurde mir bewusst, dass mir bald bewusst werden sollte, was ich eigentlich genau nach diesem machen wollte. Da für mich das Studium zu der Zeit noch ein zu großer Schritt ins ernste Leben darstellte, entschied ich mich kurzerhand ein Auslandsjahr als AuPair zu machen. Zunächst jedoch sollte ich mich entscheiden, wohin mich meine Reise führen sollte: Frankreich? England? Nein, wenn ich schon weg möchte, dann sollte es auch so weit weg wie möglich sein. Auf geht es an das andere Ende der Welt – Neuseeland!!

Nachdem ich mich dann entschieden hatte, ging auch alles ganz schnell. Alle Unterlagen wurden innerhalb einer Woche zusammen gestellt, in den Briefumschlag gesteckt und abgeschickt. Nun ging das große Warten los. Jeden Tag habe ich mich dabei ertappt wie ich immer und immer wieder in mein Email-Postfach geschaut habe um zu sehen, ob sich nicht doch schon eine Family Application darin befand. Dann nach ungefähr zwei Wochen war es dann soweit: Da war er mein, erster Familienvorschlag! Dementsprechend haute ich direkt in die Tasten meines Laptops um dieser Familie, die äußerst nett und vielversprechend klang, eine Email zu schreiben.

Wir hatten ungefähr 3 Wochen Email-Kontakt. Jedoch hatte ich zu der Zeit wenig Zeit, aufgrund der vielen verschiedenen Abitur-Veranstaltungen, weshalb sich die Familie für ein anderes AuPair entschieden hat. Zunächst war ich ziemlich traurig und habe die Hoffnung fast aufgegeben. Jedoch hatte sich in der Zwischenzeit noch eine andere Familie bei mir gemeldet. Als ich schon die Familienbewerbung las, hat sich ein gutes und zufriedenes Gefühl in meinem Bauch breit gemacht. Diese Familie soll es sein – zwei Mädels im Alter von 7 und 9, und dann noch der Kleinste mit 4 Jahren. Die zwei Katzen Simba und Smudge nicht zu vergessen.

So schrieben wir eine Weile über Email bis es dann zur ersten Skype-Unterhaltung kam. Ein paar Minuten vor diesem Gespräch war mein Puls auf 180!! Jedoch war diese Nervosität direkt wieder verschwunden, als ich meine Gastmutter Kate und die älteste Tochter Molly auf dem Bildschirm sah. Es wurde eine lockere Unterhaltung, von einer strengen Ausfragung oder dem Gefühl des Unwohlseins keine Spur. Danach wurde mir klar, diese Familie und keine andere!

Als ich dann die Zusage bekommen habe, machte ich drei Luftsprünge und konnte es bis zum Dezember kaum mehr erwarten. Einige Skypegespräche und Emails folgten, bis der 8.12. dann auch schon vor der Tür stand: The beginning of my New (Zealand)Chapter!!

Nach einem nie enden zu wollenen Flug, wurde ich am Flughafen mit einer herzlichen Umarmung von meiner Gastmutter und den drei Kindern, die sogar ein Willkommensplakat fuer mich gestaltet haben, empfangen. Zu meiner Überraschung und Freude trug Joshy ein Deutschlandtrikot!

Mein erster Schritt auf neuseeländischen Boden und die strahlend heiße Sonne trieb mir direkt schon Schweißtropfen auf die Stirn – das perfektes Wetter zum Ankommen!

In der ersten Woche wurde ich step by step in meine Tätigkeit als AuPair eingeführt. Kate war in der Zeit ein ganz besonderer Goldschatz, denn sie half mir bei allem: Handykarte, Bankkonto etc... und war dabei sehr geduldig, zuvorkommend und herzlich. Ich sollte mich wie ein Familienmitglied fühlen, was mir bei dieser Familie auch nicht schwer fiel. Mir sollte es in den nächsten 9 Monaten an nichts fehlen! So durfte ich auch mit meiner Gastfamilie über Weihnachten in Cooks Beach, einem Ferienort in Coromandel, verbringen. Vor allem zur Anfangszeit war es eine gute Möglichkeit, Kate und Matt, die Kinder und die Verwandten besser kennenzulernen.

Meine Arbeit als AuPair bestand hauptsächlich darin, mich um die Kinder zu kümmern, die Hemden für meinen Gastvater zu bügeln, Wäsche zu waschen und aufzuhängen und das Haus mit leichten Aufgaben sauber zu halten. Da meine Gastmutter Ärztin ist, waren meine Arbeitszeiten teilweise unterschiedlich. So musste ich auch jedes 6. Wochenende arbeiten, was jedoch kein Problem und selbstverständlich für mich war. Außerdem hatte ich auch noch ein Auto zur Verfügung, was mir besonders in den Ferien eine große Hilfe war, da ich auch andere Aktivitäten besonders in den Ferien mit den Kleinen unternehmen konnte, dazu gehörte Indoor- Climbing, Spieleland, Parkbesuche, Verwandtenbesuche, Museumsbesuche, Minigolf und und und.. Die meiste Zeit verbrachte ich jedoch mit Joshy, da ich ihn mittwochs ganztags und freitags halbtags betreute. Da ich ein Kind unter 5 Jahren hatte, wurde mir außerdem eine Betreuerin zugeteilt, Mandy. Einmal im Monat kam sie zu Besuch um in Erfahrung zu bringen, mit welchen Aktivitäten ich Joshy's Entwicklung unterstützt habe. Diese Aktivitäten und Entwicklungen sollte ich auch in sogenannten Learning Stories dokumentieren. Nein, so schlimm wie man sich diese Stories vorstellt, sind sie nicht! Es hat mir sogar ziemlich viel Spaß gemacht, die Seiten mit Fotos und sogar Videos zu gestalten. Alles in allem hat sich dementsprechend eine enge Bindung zwischen Joshy und mir aufgebaut, die sich jetzt immer noch bemerkbar macht, denn der Kleine fehlt mir sehr.

In den darauffolgenden Monaten erlebte ich die beste Zeit meines Lebens:

Neben dem Arbeiten hatte ich besonders am Wochenende Zeit Neuseeland zu erkunden. So fuhr ich Wochenende für Wochenende mit meinen neugewonnenen Freunden in eine andere Stadt, zu einem anderen Strand, zu einem anderen Wasserfall.. und es war jedes mal ein neues spannendes Abenteuer! Als Fortbewegungsmittel entschieden wir uns für Mietautos, was zur Folge hatte, dass die Mitarbeiter der Autovermietung uns irgendwann schon kannten.

Man sollte auf jeden Fall die Möglichkeit nutzen Neuseeland zu bereisen, denn es ist einfach zu schade, ein so schönes und facettenreiches Land nicht erkundet zu haben!

Was ich auf jeden Fall aus Neuseeland mitnehmen durfte und mit immer noch eine sehr große Stütze ist, ist meine in Neuseeland gewonnene neue beste Freundin. Als ich aufbrach und man mir sagte, dass man in einem Auslandsjahr Freunde für das Leben findet, hielt ich dieses für ein grobe Floskel, doch: diese Aussage hat sich bestätigt! Und möchte diese Person nicht mehr missen!

Man braucht definitiv keine Angst haben, in Neuseeland allein zu sein, denn Freunde findet man rasant schnell. Sei es durch etliche Facebookgruppen, durch die Kontaktlisten, die mir zum Beispiel meine Organisation vor meiner Abreise geschickt hatte oder auch im Alltag wie zum Beispiel Nachbarn, im Fitnessstudio, auf Parties oder auf den Wochenendtrips.

Da mir in den neun Monaten, die ich dort verbracht habe, 3 Wochen Urlaub zustanden, entschieden meine beste Freundin und ich auch noch ein anderes Land zu erkunden. So flogen wir Mitte Juli für 10 Tage nach Sydney, Australien. Wir erlebten eine wunderschöne Zeit und waren ziemlich traurig, als wir diese lebendige Stadt wieder verlassen mussten.

Nach der Reise begannen dann schließlich meine zwei letzten Wochen als AuPair. ,,Wo sind die letzten 8 Monate geblieben?“, dachte ich nur, den Tränen nahe.

Als sich dann der 05.08. langsam herangeschlichen kam und mich hinterhältig von Hinten erschreckte, wusste ich, dass es nun soweit war: meine Schwester kommt in wenigen Stunden am Flughafen an und ich müsste meinen Kleinen, meinen Gasteltern und meiner liebgewonnen Gastoma für die erste Zeit Lebewohl sagen.

Am Abend folgte ein Abschieds- Familien- Dinner, welches meine Gastmutter liebevoll zubereitete. Abschiedsgeschenke wurden ausgetauscht und vor allem viele Tränen, vor allem meinerseits.

Am nächsten Tag flogen meine Schwester und ich für drei Wochen auf die Südinsel Neuseelands. Wir erlebten eine wundervolle, spannende Zeit mit vielen schönen Bildern und Abenteuern, die uns hoffentlich immer in Erinnerung bleiben.

Wieder in Auckland angekommen wurden wir von meinem Gastvater Matt und den Kindern vom Busbahnhof abgeholt, denn ich hatte meinen Koffer noch bei meiner Gastfamilie lagern können. Stunden wurden damit verbracht den Koffer mit den Bergen an Kleidung, die sich in den letzten Monaten angesammelt hatten, zu befüllen. Doch letztendlich konnte nicht alles mit, gab dem neuen AuPair diese oder bat meine Gastmutter, diese zu einer Charity- Aktion zu bringen.

Am Abend musste ich mich dann von meinen Gasteltern verabschieden. Tränen flossen über meine Wangen als mich Kate zum letzten Mal drückte und Matt gab mir nach einer Umarmung nur mit auf den Weg: ,,Have a blast!“ Was noch einmal für einen letzten Lacher seinerseits und meinerseits führte. Daraufhin fuhr uns meine Gastoma zum Hostel und der Abschied erfolgte dann auch unter Tränen und mit schwerem Herzen.

An den nächsten Tag wollte ich erst gar nicht denken, denn dann hieß es für mich: ich sehe meine Kleinen morgen zum letzten Mal. Dementsprechend stand mir eine schlaflose Nacht bevor.

So holte ich die Kleinen von der Schule ab, brachte noch einen kleinen Blumenstrauß als Dankeschön für Kate mit und eine suesse Kleinigkeit zum Afternoon-Tea für die Kleinen. Wir erlebten einen wunderschönen, mit Spaß bepackten Tag, zugleich durfte ich auch noch das neue AuPair kennenlernen, was ich sehr schön fand. Dennoch wuchs und wuchs der Kloß in meinem Hals.

Der lang gefürchtete Moment kam und ich umarmte zum letzten Mal Joshy, Maddy und Molly. Meine Gefühle haben mich so sehr überrumpelt und überkamen mich, dass ich vor lauter Schluchzen nicht mehr sprechen und durch die Menge an Tränen nicht mehr sehen konnte. Nach gefühlten hundert Umarmungen und dem Willen nicht loslassen zu wollen, setzte ich mich ins Auto. So flüsterte Molly mir noch ins Ohr ,,You are an AuPair, I'll never forget“ und Maddy schrie lauthals „I love you“. Ich setzte den Wagen zurück und fuhr langsam die kleine Auffahrt herab, während meine Kleinen mir auf dem Trampolin hüpfend und lachend ,,Goodbye“ zuwinkten. Diesen letzten Moment werde ich nicht vergessen.

So endete meine Reise in ein mir damals noch unbekanntes, aber jetzt familiäres und heimisches Land, das mir half über mich selbst hinaus zu wachsen, mir half über meinen Schatten zu springen, mich an wundervolle Orte zu führen, tolle Menschen kennen zu lernen und ein neues, zweites Zuhause gefunden zu haben.

Obwohl auch das ein oder andere Mal Tiefpunkte Gewalt von mir ergriffen , führte ich mir immer wieder vor Augen, dass ich dieses Abenteuer nur jetzt leben konnte, denn wann kann man schon mal wieder nach Neuseeland reisen, und vor allem dass ich meine Familie und Freunde zu Hause in Deutschland wieder jahrelang ganz nah bei mir haben werde, wenn ich heimkehre.

Wagt dieses Erlebnis und beginnt ein ganz spannendes Abenteuer! Obwohl die Angst vor der Ferne, dem Fremden, der Ungewissheit zu Anfang groß erscheinen mag, wird sie ganz schnell wieder schrumpfen und durch Spaß, Erfahrungen, neue Freundschaften, tolle Orte, Selbstbewusstsein und ein zweites Zuhause ersetzt.

So möchte ich meinen Aufenthalt und diesen Bericht gern mit diesem Satz abschließen:

,,Home is where your heart is.“

Liebste Gruesse, Svenja

 

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