Sydney: Jemina Lehmann

Hallo an euch,
mein Name ist Jemina Lehmann, 19, und ich bin vor ein paar Tagen wieder aus dem wunderschönen Australien zurückgekommen und habe den Jetlag Gott sei Dank gut überstanden.  Nach so einer langen Zeit mit der Gastfamilie ist es echt komisch wieder im eigenen zu Hause zu sein und deutsch zu sprechen. Die kleinen Kinder werden auch schon sehr vermisst von mir.

Beworben für das Programm in Australien habe ich mich relativ spontan und nach einer Woche kam dann schon eine Anfrage von einer australischen Familie in einem kleinen Vorort von Sydney. Ich habe mich riesig gefreut, dass es so schnell ging und eine Familie Interesse an mir hatte. Nach einem Skype Gespräch hat sich die zu der Zeit 5-köpfige Familie für mich entschieden und zwei Monate später saß ich dann im Flieger nach Sydney.  Die Kinder (zwei Mädchen im Alter von 2 und 4 und ein Junge im Alter von 6) haben mich sofort gut empfangen und somit wurde meine Angst ganz schnell genommen, dass mich die Kinder vielleicht nicht mögen könnten. Auch die Gasteltern waren immerzu freundlich und hilfsbereit, wenn ich eine Frage hatte. In den 6,5 Monaten meines Au-Pair Lebens habe ich mich wirklich gut mit der Gastfamilie verstanden und sie haben mich immer gut behandelt. Meine Arbeitszeiten waren flexibel aber ich hatte immer am Wochenende frei. Mit dem Geld kam ich auch immer gut aus und konnte nebenher noch etwas sparen, da ich am Ende meiner Zeit reisen wollte, was ich auch dann machen konnte (2 Wochen von Cairns bis runter nach Sydney). Mir sind alle sehr ans Herz gewachsen da sie ein Teil der besten Zeit meines Lebens sind. Mit den beiden kleinen Mädchen habe ich mich am besten verstanden und nach ein paar Wochen kam auch schon das erste „I love you“ von den Kindern. Nach ein paar Monaten kam dann das 4te Kind, ein Junge. Ich habe der Gastmutter einige Male helfen können nachdem sie mir gezeigt hat wie man mit einem Neugeborenen umgeht, da ich mit Babys noch keine Erfahrung hatte. Im Allgemeinen kam ich mit allen vier Kindern gut zurecht und war nie gelangweilt. Das Spielen, malen, basteln, puzzeln etc. vermisse ich sehr. Jedoch sind Kinder auch manchmal anstrengend und wollen nicht immer das machen was sie sollen, aber mit Geduld und Spaß an der Arbeit schafft man alles. Man darf eben nur nicht beim ersten kleinen Stress die Geduld verlieren. Positiv denken ist ziemlich wichtig!

Ich durfte meinen Geburtstag bei der Gastfamilie feiern, was einfach wirklich schön war. Die Tradition wurde zwar gebrochen, da ich sonst immer bei meiner Familie und Freunden war in Deutschland aber das war gar nicht schlimm. Ich fand es wirklich sehr angenehm auch mal meinen Geburtstag in einem anderen Land zu erleben. Natürlich hat man an so Tagen etwas Heimweh, aber durch Skype und gelegentlichen Paketen aus der Heimat vergeht das Heimweh ganz schnell und die Zeit vergeht wie im Flug. Manchmal sogar zu schnell! Ich konnte sogar mit der Gastfamilie nach Canberra (der Hauptstadt) fahren und einen wunderschönen Tag erleben. Es ist nicht schlimm auch mal Zeit mit der Gastfamilie am Wochenende zu verbringen wenn man einfach ein super Verhältnis zu allen hat. Sogar zu den Großeltern hatte ich eine sehr gute Verbindung, da sie einige Male zu Besuch da waren und mich unterstützt haben.

Ich fand auch schon in der ersten Woche Anschluss mit anderen Au-Pairs, da ich eine Liste mit derzeitigen Au-Pairs bekommen habe, die ich kontaktieren konnte. Natürlich hat man am Anfang Angst, dass man keine Freunde findet aber das ist einfach sehr leicht, da immer viele Au-Pairs in Sydney sind, die man auch im Facebook finden kann. Nachdem eine australische Nummer eingerichtet wurde konnte ich auch über mein Handy in Kontakt treten und mich verabreden. Ich habe unendlich viele verschiedene Mädchen kennengelernt aus unterschiedlichen Ländern. Das hat mir auch mit meinem Englisch sehr geholfen. In der Zeit sind ein paar sehr gute Freundschaften entstanden, da man im selben Boot ist und immer etwas zum Reden gefunden hat.

Da die Australier mir immer sehr sympathisch waren, war es auch einfach ein paar Kontakte außerhalb von den Au-Pairs zu knüpfen. Ich konnte immer ich selbst sein ohne dass es jemanden gestört hat, denn man wurde einfach so akzeptiert und konnte quasi noch einmal von vorne anfangen in einem neuen Land. Das Land hat mich sehr fasziniert, auch wenn ich nur die Ostküste inklusive auch Melbourne gesehen habe. Es lohnt sich wirklich etwas Geld in der Au-Pair Zeit zurückzulegen, da es einfach so viel Schönes zu sehen gibt in Australien. Ich würde davon abraten nur in der Stadt zu bleiben wo man Au Pair macht. Ihr würdet sehr viel verpassen.

Alles in allem kann ich es nur empfehlen nach Australien zu gehen und Au-Pair zu machen, da man dort so viele Erfahrungen sammeln kann. Ich glaube man wird auch erwachsener, da man lernt auf eigenen Beinen zu stehen und alles selbstständig zu organisieren. Ich werde diese Zeit gerne in meinem Kopf und in Fotoalben bewahren und bin positiv, dass ich mit der Familie in Kontakt bleiben kann. 
Also, worauf wartet ihr noch? :-)