New Castle: Sarah Friedrich

Meine AuPair –Zeit in Australien

Seit gut vier Monaten bin ich nun schon wieder zurück in Deutschland, und blicke dennoch jeden Tag sehnsüchtig auf die schönste Zeit meines Lebens zurück.

Im Mai bekam ich von IST die erste Gastfamilie vorgeschlagen und begann, Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Vater, Mutter, ein Sohn (Thomas, vier Jahre alt) und eine Tochter (Sophie, zu diesem Zeitpunkt 16 Monate alt) wohnten zu diesem Zeitpunkt noch in Launceston, Tasmanien, wollten jedoch im Juli nach Newcastle, New South Wales, ziehen. Offen gesagt hatte ich von dieser Stadt noch nie gehört, doch dank des Internets erfuhr ich, dass es eine ca. 300 000 Einwohner –Stadt war, 160 Kilometer nördlich von Sydney an der Ostküste Australiens gelegen. Nach einigen Emails und einem Skype –Gespräch teilte mir die Familie mit, dass sie mich gerne ab August für ein halbes Jahr als AuPair aufnehmen würden, ich sollte drei Tage die Woche auf beide Kinderaufpassen und einen nur auf Sophie, während beide Elternteile auf der Arbeit waren. Ich wusste gleich, dass ich in diese Familie einfach super reinpassen würde, war aber natürlich ziemlich aufgeregt und auch ein wenig ängstlich. Schließlich verließ ich Deutschland am 2. August und kam dank Zeitverschiebung am 4. August am Flughafen von Newcastle an. Meine Gastmutter Adele holte mich mit Thomas dort ab, und wir fuhren an der wunderschönen Küste entlang in den Vorort, in dem die Familie wohnte. Nachdem ich meinen Jetlag drei Tage später einigermaßen überwunden hatte, übernahm ich das erste Mal meine Aufgabe als AuPair und passte auf Sophie auf –ich muss sagen, sie eroberte mein Herz im Sturm. Von Anfang an waren wir ein Herz und eine Seele und wurden im Laufe der sechs Monate ein richtig gutes Team. Mit ihrem großen Bruder war es ehrlich gesagt nicht so einfach, er war ein richtiger Dickkopf und ein wahres Mamakind, doch langsam aber sicher wusste ich, dass ich ihn mit kleinen Belohnungen und Ausflügen für mich gewinnen konnte. Das mit den Ausflügen war zu Beginn jedoch nicht so einfach. Ich durfte aus versicherungstechnischen Gründen das Auto der Familie nicht fahren und in dem Vorort gab es nur einen winzigen Spielplatz mit einer Rutsche und zwei Schaukeln. Deshalb erklärte ich meinen Gasteltern, dass ich ohne Auto einfach nicht zurecht kommen würde und hatte großes Glück, dass sie mich gut verstehen konnten. Deshalb kaufte der Vater ein kleines Auto für mich, wofür ich extrem dankbar war, denn ich durfte es auch in meiner Freizeit nutzen und wäre ohne es ehrlich gesagt aufgeschmissen gewesen. In dieser Zeit lernte ich auch über Facebook ein paar Mädels kennen, die ebenfalls AuPair in Newcastle waren und verstand mich sofort super mit ihnen. Von da an gingen wir oft abends weg, gingen am Wochenende zusammen an den Strand oder fuhren zu nahe gelegenen Sehenswürdigkeiten. Meine beste Freundin dort lebte nur einen Vorort weiter und passte auf zwei Mädchen auf, die ungefähr im gleichen Alter waren wie Thomas und Sophie, deshalb unternahmen wir fast täglich etwas zu sechst und die vier Kids wurden gute Freunde (unsere Gastmütter stehen immer noch in Kontakt).

Über Weihnachten und Neujahr hatte ich drei Wochen frei und meine Eltern und mein Bruder nutzten die Gelegenheit, mich in Australien zu besuchen. Tatsächlich wurde es ein wunderschönes Weihnachtsfest, weil ich es mit meinen „zwei

Familien" verbringen durfte. Am Ende des Urlaubs habe ich mich schon wieder riesig darauf gefreut, zu den Kindern zurück zu kommen. Dawaren es auch nur noch 4 Wochen bis ich wieder nach Hause gehen würde, und die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Ich dachte, das Schwerste was ich je machen musste, wäre es gewesen, mich für das halbe Jahr von Familien und Freunden zu trennen, doch das war nichts im Vergleich zum Abschied von meiner australischen Gastfamilie, vor allem von meiner Kleinen.

Aber ich bin sehr dankbar für die Zeit die ich mit ihnen verbringen durfte und weiß, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war, als AuPair nach Australien –dem eindrucksvollsten Land, das ich bis jetzt gesehen hab –zu gehen.