Perth: Johanna Wirths

Australien, das Land in dem sich Kängurus und Koalas, Spinnen und Schlangen, Haie und Delfine tummeln- wer hat nicht schon einmal davon geträumt, selbst diesen einzigartigen Kontinent zu sehen, der soviel endloses Nichts und gleichzeitig so vielfältige Natur zu bieten hat?

Schon seit Jahren hatte ich genau diesen Traum vor Augen und als ich mich dann dem Schulabschluss näherte, dachte ich: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Also bewarb ich mich als Aupair bei iSt und weil ich auch etwas für mein Englisch tun wollte, meldete ich mich für den Aupair-Aufenthalt mit Sprachkurs in Perth an. Noch bevor ich mein Abitur in der Tasche hatte, war schon meine Gastfamilie gefunden und mein Flug gebucht.

Meine Gastfamilie mit zwei Jungs (3 und 6) und einem Mädchen (8) wohnte in Cottesloe, einem hübschen kleinen Ort direkt am Meer (der Cottesloe Beach ist einer der bekanntesten in Western Australia), zu dem ich nur die Straße heruntergehen musste, Diesen Vorzug wusste ich besonders zu schätzen, da ich so mal eben schnell zum Strand herunterkonnte, wenn ich nur wenige Stunden frei hatte.

In meinem ersten Monat fuhr ich jeden Tag mit dem Zug für Sprachschule in Perth, was von Cottesloe etwa eine halbe Stunde dauert.

In der Schule lernte ich zahlreiche andere Aupairs kennen und der Unterricht machte mir großen Spaß. Ich wurde in den sogenannten „Open-Cambridge-Kurs“ eingestuft und bekam die Option, das FCE (First Certificate in English)zu erwerben als Beleg meiner Englischkenntnisse. Nach 4 Wochen Schule und gut vorbereitet legte ich die Prüfung Ende September ab und erhielt wenige Wochen später mein Ergebnis: Ich hatte mit der Bestnote „A“ bestanden. Am letzten Tag in der Schule, dem Grduation Day, bekamen wir außerdem ein weiteres Zertfikat der Schule und ein Aupair-Teilnahme-Zertifikat überreicht.

Nach der Schulzeit wechselte ich von 20 zu 30 Stunden wöchentlich. Morgens fing ich um 6.30 an, den Kindern das Frühstück und den Lunch für die Schule zuzubereiten, anschließend räumte ich die Küche auf und zog den Kleinsten an, dann spielte ich solange mit den Kindern, bis sie zur Schule aufbrachen. An zwei Tagen in der Woche hatte ich den Dreijährigen den ganzen Tag lang, wir spielten im Haus, hüpften auf dem Trampolin, gingen schwimmen im Pool oder machten Spaziergänge zum Spielplatz oder zum Strand. Ich hatte zwar schon Erfahrung mit Kindern, trotzdem ist es noch einmal eine ganz neue Erfahrung, die ganze Verantwortung zu haben und stets an alles denken zu müssen. Jetzt weiß ich zum Beispiel, dass man immer etwas zu Essen und Sachen zum Wechseln dabei haben sollte, wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist ;). In Australien sind außerdem Sonnencreme und Kappe ganz wichtig, denn man holt sich sehr schnell einen Sonnenbrand!

Einmal in der Woche ging ich für die ganze Familie einkaufen, wobei ich immer den Überblick behalten musste, welche Vorräte aufgefüllt werden mussten und was ich zum Kochen benötigen würde. Meine Gastmutter ließ mir dabei frei Hand und am Anfang machte ich oft Fehler und kaufte zuviel, zuwenig oder die falsche Marke ein. Doch nach und nach wurde ich immer routinierter und am Ende konnte ich die Einkaufsliste im Schlaf schreiben ;).

Ansonsten gehörte zu meinen Aufgaben Wäsche, Putzen, Staubsaugen, Aufräumen und natürlich Babysitten dreimal wöchentlich.

Trotzdem blieb noch genug Zeit, Ausflüge mit den anderen Aupairs zu unternehmen, wir besuchten Penguin Island, Mandurah, Fremantle Prison, Kings Park, den Perth Zoo und das Aquarium und natürlich gingen wir auch feiern, um uns vom anstrengenden Aupair-Alltag zu erholen.

Sonntags war immer unser freier Tag, und wenn wir keinen Ausflug unternahmen, machten wir Picknick im Grünen oder am Strand, gingen schwimmen oder spazieren, schauten uns abends den atemberaubenden Sonnenuntergang am Cottesloe Beach an und gingen anschließend in das „Ocean Beach Hotel“ in Cott unter dem Sternenhimmel tanzen.

Meine Gastfamilie nahm mich mit nach Kalbarri und nach Exmouth, wo ich Schnorcheln am Ningaloo Reef war, außerdem verbrachten wir Urlaub auf Rottnest Island und auf dem Hausboot sowie in dem kleinen Ort Donnelly River, wo wilde Kängurus und Emus um unsere Ferienhütten herumspazierten und sich sogar streicheln liessen.

Nach Ende meiner Aupairzeit reiste ich zusammen mit einem anderen Aupair nach Sydney und von dort die gesamte Ostküste hoch bis nach Cairns zum Great Barrier Reef und dem Regenwald. Anschließend verbrachte ich noch ein paar Tage in Melbourne, schaute mir die Great Ocean Road an und reiste dann nach Sydney zurück, wo ich noch Surfen lernte, bevor es wieder nach Hause ging.

Insgesamt hatte ich eine unglaublich schöne Zeit in Australien, ich habe viel über australische Kultur und Leben in der Gastfamilie gelernt und auf meiner Tour das Leben als Backpacker schätzen gelernt, in dem man jeden Tag neue Leute trifft und einzigartige Erlebnisse hat, die ich niemals vergessen werde. Und ich habe etwas mitgenommen aus Australien: die angenehm lockere Art der Australier, Problemen und Sorgen aller Art zu begegnen mit einem lockeren: No worries, mate!