Margaret River: Nele Lührs

Nach meinem Abitur habe ich mich dazu entschlossen als AuPair nach Australien zu gehen, da meine Englischkenntnisse eher weniger gut waren und die Zusammenarbeit mit Kindern mir große Freude bereitet.

Ich entschied mich dafür meinen AuPair Aufenthalt über eine Agentur zu buchen, um eine geeignete Familie zu finden.

Kurze Zeit später, nach der Anmeldung bei IST-Sprachreisen, enthielt ich E-Mails von interessierten Familien. Für mich stand ziemlich schnell fest, welche Familie ich näher kennenlernen wollte. Wir schrieben einige „Kennenlern-E-Mails“  und kaum ein paar Monate später saß ich im Flugzeug auf dem Weg nach Australien (Perth). Ich war sehr aufgeregt, da ich die Familie persönlich nicht kannte und es für mich total neu war sechs Monate von meiner Familie und Freunden getrennt zu sein. 

Kaum am Flughafen angekommen, empfing mich meine Gastmutter mit offenen Armen. All meine Ängste waren plötzlich verschwunden. Da ich in der Nacht gelandet war, habe ich erst am darauffolgenden Tag alle Familienmitglieder kennengelernt. Alle waren super freundlich zu mir. Die Kinder waren zwar anfangs etwas schüchtern, doch das war nicht von langer Dauer.

In der ersten Woche meiner AuPair-Zeit zeigte meine Gastmutter mir alle Tagesabläufe und Aufgaben, die in den sechs Monaten auf mich zu kommen.

Morgens musste ich immer mit den beiden Kindern aufstehen (ca. 6:30 Uhr), Frühstück machen, Schulbrote schmieren, die Kinder anziehen und die Ältere (6 Jahre) mit der Jüngeren (3 Jahre) zur Bushaltestelle bringen, welche ca. 300m vom Haus entfernt war. Die Jüngere habe ich zweimal in der Woche mit dem Auto zum Kindergarten gefahren.

Ab um 9 Uhr waren die beiden Mädchen in der Schule/ Kindergarten. Nun war es meine Aufgabe die Wohnung aufzuräumen und evtl. anfallende Wäsche zu waschen bzw. zusammenzulegen. Jeden Freitag war „Putztag“, d.h. zusätzlich wurde Staub gesaugt und das Badezimmer geputzt.

Wenn all´ diese Aufgaben erledigt waren, hatte ich bis 15 Uhr Freizeit.

Meine Freizeit verbrachte ich häufig am Strand oder im Fitnessstudio mit anderen AuPairs. Weil ich in einem eher kleineren Ort wohnte, kannte jeder jeden, sodass ich viele Familien mit AuPairs kennenlernte. Der größte Teil der AuPairs dort sprachen deutsch. Anfangs fand ich das eher blöd, da ich befürchtete mein Englisch würde sich nicht verbessern. Später stellte sich jedoch heraus, dass es toll war, andere Deutsche um sich zu haben. Man konnte über viele Dinge intensiv reden und man fühlte sich ein wenig wie zu Hause. So verschwand das Heimweh. Ich habe tolle Freunde dazugewonnen, mit denen ich  viele tolle Sachen zusammen unternommen habe.

Ab 15 Uhr ging es dann für uns AuPairs zur Schule, wo wir die Kinder abholten.

Wieder zu Hause angekommen, wurden Hausaufgaben und Vorbereitungen für das Abendessen gemacht.

Um 17:30 Uhr wurde Dinner gegessen. Danach kamen die Mädels in die Badewanne und wurden bettfertig gemacht.

Um 18 Uhr endete mein Arbeitstag meistens, es sei denn meine Gasteltern mussten länger arbeiten oder wollten etwas mit Freunden unternehmen. Das kam allerdings eher selten vor.

So hatte ich ab 18 Uhr Freizeit. Manchmal traf ich mich mit den anderen AuPairs in Bars, schaute TV mit der Familie oder habe mit meiner Familie und Freunden geskypt.

Am Wochenende hatte ich frei und habe viele unterschiedliche Dinge unternommen. Da die meisten anderen AuPairs auch am Wochenende frei hatten, trafen wir uns oft am wunderschönen Strand, gingen shoppen, machten verschiedene Touren, wie z.B. Whale Watching oder eine Kanutour und schauten den Surfern beim Surfen zu.

Da meine Gastfamilie einen sehr großen Freundeskreis hat, wurden auch viele BBQ-Partys veranstaltet, wo ich immer herzlich willkommen war. Es war toll die Familie und Freunde näher kennenzulernen und dadurch das australische Leben.

Sogar in den Familienurlaub wurde ich mitgenommen, wo ich Jet Ski fahren und surfen lernen durfte.

Der AuPair-Aufenthalt in Australien war ein unbeschreiblich schönes Erlebnis in meinem Leben.

Durch die vielen anderen AuPairs in meiner Gegend sind viele neue Freundschaften entstanden. Zudem haben meine Gastfamilie und ich innerhalb der sechs Monate eine wirklich tolle vertraute Beziehung aufgebaut. Der Kontakt zu der Familie besteht auch noch jetzt nach meiner AuPair-Zeit. Ich bin mir ganz sicher, dass ich in ein paar Jahren meinen Koffer wieder packen werde, um die Familie und Freunde, die ich dort kennengelernt habe, wiederzusehen.

Ich persönlich kann einen AuPair-Aufenthalt in Australien nur empfehlen, da ich viele Erfahrungen sammeln konnte, eine tolle Familie am anderen Ende der Welt kennengelernt habe, selbstständiger geworden bin und meine Englischkenntnisse verbessert habe. Ich muss ganz klar sagen, mit Kindern lernt man am besten Englisch, da sie eine einfache Sprache wählen.

Als Tipp sollte man noch sagen, dass man bei der Wahl der Familie sehr aufpassen muss. Ich habe auch AuPairs kennengelernt, die eher weniger zufrieden mit der Gastfamilie waren. Es gab häufig Missverständnisse und Auseinandersetzungen zwischen der Familie und dem AuPair, sodass das AuPair den Auslandsaufenthalt nicht in vollen Zügen genießen konnte.