Perth: Svenja Haase

Au Pair Erfahrungsbericht

Meine Zeit in Australien

Für mich war schon lange klar, dass ich nach dem Abitur für eine längere Zeit ins Ausland gehe.

Etwa zwei Jahre vor meiner Abreise setzte ich mir einen Aufenthalt in Australien in den Kopf. Warum meine Wahl auf Australien fiel, kann ich heute gar nicht mehr genau sagen. Von Reisen in die USA und nach Kanada habe ich schon viel gehört, aber über Australien wusste ich einfach am wenigsten.

Doch dann stellte ich mir die Frage „Was soll ich denn dort überhaupt machen?“

Ich entschied mich für die Arbeit als Au Pair, da ich unbedingt in das Leben einer australischen Familie integriert sein wollte und außerdem, dachte ich mir, bin ich dann gezwungen ausschließlich auf Englisch zu kommunizieren. Die Arbeit mit Kindern war für mich ebenfalls ein Grund, mich für die Arbeit als Au Pair zu bewerben.

Ich bewarb mich also schon ein Jahr vorher für das Au Pair Programm mit Sprachkurs bei iSt, denn ich konnte es gar nicht abwarten meine Reise zu organisieren. Etwa ein halbes Jahr vor meiner geplanten Abreise schickte ich alle nötigen Unterlagen an iSt und es machte sogar richtig Spaß alles auszufüllen, zu beschreiben, einen Brief an eine Gastfamilie zu schreiben und eine Collage mit Fotos zu erstellen. Die Agentur war dabei stets ein guter Ansprechpartner. Denn es tauchten ab und zu doch mal ein paar Fragen auf.

Meine Abreise war im September geplant und im Juli begann die heiße Phase.

Anfang August war es endlich soweit. Ich bekam eine Mail, dass die Familie O. in Kontakt mit mir treten will. Ich bekam alle Informationen über die Familie zugeschickt und die Bilder und Texte machten sofort einen sehr positiven Eindruck. Eine Familie mit drei Mädchen im Alter von neun, sieben und vier Jahren aus Perth interessierte sich für mich. Nach ein paar mal Skypen und einigen Mails war es dann klar, dass meine Gastfamilie gefunden war.

Nun ging also endlich alles los. Am 21. September flog ich nach Australien – ein unglaubliches Gefühl. Der traurige Abschied von Freunden und Verwandten war spätestens beim ersten Blick auf Australiens Küste von oben verarbeitet und ein klein wenig vergessen.

Endlich angekommen, wurde ich zu der Familie gebracht und fühlte mich sofort wohl. Die Mädchen waren sofort sehr offen und die Mutter zeigte mir das Haus und schließlich mein Zimmer, welches im Erdgeschoss lag und somit sehr viel Privatsphäre versprach.

Am ersten Abend kam natürlich ein bisschen Heimweh auf, aber schon am nächsten Tag konnte ich beim Spielen im Park und beim Malen mit den Mädchen alles vergessen und mich gut von zu Hause lösen.

In der ersten Woche wurde ich von den Eltern und vorwiegend vom Gastvater eingearbeitet. Außerdem wurde das Autofahren auf der linken Straßenseite geübt. Macht euch keine Sorgen – das lernt man ganz schnell!

Zu meinen Aufgaben gehörten das Packen der Brotdosen für die Kinder, das Helfen beim Anziehen und beim Frühstück vor der Schule, das Hinbringen zur und Abholen von der Schule, das anschließende Fahren zu Nachmittagsaktivitäten der Kinder, das Helfen bei den Hausaufgaben und schließlich der abendliche Abwasch nach dem Abendessen. Am Wochenende hatte ich immer frei und habe dann oft etwas mit Freunden unternommen, die ich vor allem durch den Sprachkurs an der Phoenix Academy kennengelernt habe. Es ist unglaublich, wieviele verschiedene Menschen ich während des vierwöchigen Sprachkurses kennengelernt habe. Es hat wirklich nicht sehr lange gedauert, bis ich mich richtig zu Hause in Perth gefühlt habe.

Die Familie war immer herzlich und ich habe mich wie ein Familienmitglied und vor allem wie eine große Schwester für die Mädchen gefühlt, die mir von Tag zu Tag mehr ans Herz gewachsen sind. Gern habe ich auch am Wochenende etwas mit der Familie unternommen. Ballett- und Choraufführungen, Schul- und Klassenfeste und Sportveranstaltungen der Kinder besuchte ich immer gern, besonders wenn sich die Kinder über meine Anwesenheit gefreut haben.

Mein Job als Au Pair hat mir insgesamt sehr gut gefallen und es war für mich mehr als nur eine Arbeit. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Natürlich gab es auch mal ein oder zwei Momente, in denen ich gestresst war, wenn mal die ein oder andere Rechenaufgabe oder ein Sturz beim Fahrradfahren für Tränen sorgte. Doch das gehört meiner Meinung nach dazu und macht die Arbeit abwechslungsreich.

Mein Englisch wurde immer besser und immer mehr zur Gewohnheit für mich. Es bringt unglaublich viel, jeden Tag auf Englisch zu reden.

Nach drei wunderbaren Monaten war meine Zeit als Au Pair leider vorüber. Schon wenige Wochen vorher wurde ich traurig. Die Familie verabschiedete sich sehr lieb von mir. Doch es war zum Glück nur ein vorübergehender Abschied. Denn nach dreimonatigem Reisen durch das wunderschöne und viel bietende Australien besuchte ich die Familie für weitere neun Tage, bevor es dann endgültig nach Hause ging.

Im Februar ging es dann also zurück nach Deutschland. Am Flughafen flossen so einige Tränen und besonders im Flugzeug war dann klar: Dieser Lebensabschnitt geht jetzt zu Ende. Ein Abschnitt voller schöner Erfahrungen. Außer der Sprache habe ich gelernt Verantwortung zu übernehmen und selbstsicherer zu sein. Zu Hause in Deutschland kann ich nur sagen, dass ich jetzt Heimweh nach Australien habe. 

Ich kann es jedem nur ausdrücklich empfehlen, ins Ausland zu gehen! Das was ihr dort erlebt und erfahrt, ist es auf jeden Fall wert!