Co. Kerry: Hanna Struckamp

Mein Jahr in Irland Wenn ich jetzt an die 12 Monate, die ich in Irland verbracht habe, zurück denke, dann kann ich sagen, dass es die beste Zeit meines Lebens war und ich würde jedem, der Spaß an der „Arbeit“ mit Kindern hat, nur empfehlen auch ein Jahr als Au Pair ins Ausland zu gehen!

Als ich im August im Flughafen Farranfore im County Kerry ankam, begrüßte mich typisch irisches Wetter; Regen und Nebel... Daher konnte ich auf der Fahrt ins kleine Örtchen Cahersiveen noch nicht wirklich viel von der Landschaft sehen. Meine Gastmum und die zwei Kinder (Mädchen Síne 2 Jahre und Junge Aodhán 4 Jahre) haben mich am Flughafen freundlich in Empfang genommen und die Erinnerung, die mir von meinem ersten Tag am meisten in Erinnerung geblieben ist war, dass die Kleine sofort meine Hand genommen und mir den Weg zum Auto gezeigt hat. Nach den ersten Tagen „Eingewöhnzeit“, in der die Gastmum noch Urlaub hatte und sie mir den Tagesablauf erklärt hat, ich die Großeltern und Tanten und Onkel (von denen es einige gab ;-) ) kennengelernt hatte, fing für mich der Arbeitsalltag an.

Meine Gastmum arbeitete in Killarney (ca.1h von Cahersiveen) als Lehrerin und verließ das Haus schon recht früh. Mein Gastpapa allerdings arbeitete im Ort und war daher bis ca. 8.45 Uhr im Haus. Daher musste ich mich morgens eigentlich um nichts kümmern, evtl. mal Frühstück für die Síne machen oder noch schnell das Schulbrot für den Aodhán. Von 9.00 Uhr bis ca.17.00 Uhr war ich dann mit der Kleinen zu Hause, habe mit ihr gespielt und ein wenig Hausarbeit (Staubsaugen, Kinderzimmer aufräumen, meine und die Wäsche der Kinder waschen) gemacht. Da der Ort in einer traumhaften Umgebung liegt, haben wir jeden Sonnenstrahl (von denen es ja bekanntlich in Irland nicht all zu viele gibt) genutzt, um draußen zu spielen, einen Spaziergang zu machen oder die Großeltern zu besuchen. Gegen 15.40 Uhr habe ich (bei gutem Wetter) Aodhán von der Bushaltestelle abgeholt und Essen für die beiden gemacht.Um ca. 17.00 Uhr kamen sowohl meine Gastmum, als auch mein Gastvater von der Arbeit und mein „Arbeitstag“ war vorbei. Allerdings habe ich mich in der Familie so wohl gefühlt, dass ich auch oft nach dem Abendessen noch mit in der Küche bzw. dem Wohnzimmer geblieben bin, um den Abend mit der Familie zu verbringen und mich mit ihnen zu unterhalten oder einfach nur Fernsehen zu gucken.  

An den Wochenenden hatte ich eigentlich immer frei, sodass ich mir einem anderen Au Pair aus England (ich habe nicht so den Kontakt zu deutschen Au Pairs gesucht, da ich auch in meiner Freizeit möglichst viel Englisch sprechen wollte) immer viel unternommen. Wenn wir mal keine Lust hatten, weiter weg zu fahren, dann haben wir uns in einen der zahlreichen Pubs gesetzt, eine Kleinigkeit gegessen und sind anschließend noch zum Hafen gegangen und haben gequatscht und die super Aussicht genossen. An anderen Tagen sind wir mit dem Bus nach Killarney gefahren und waren dort shoppen, im Kino, haben und Museen angeguckt oder uns mit anderen Au Pairs getroffen.

Ein paar mal haben wir auch längere Ausflüge gemacht, so waren wir ein Wochenende in Cork, sind mit der Fähre nach Dingle gefahren oder waren in Dubliner „Croke Park“, um eine Gaelic Football Spiel (Gaelic Football ist eine der beliebtesten Sportarten in Irland und ist eine Mischung aus Fussball und American Football. Also wer einmal in Irland war, muss auf jeden Fall mal bei einem Spiel gewesen sein!) 

Über die Menschen kann man wirklich nur positives berichten, egal ob in einer ländlichen Region wie in Kerry oder in einer großen Stadt, wie Cork oder Dublin; die Menschen sind super freundlich, hilfsbereit und vor allem immer für einen „small talk“ offen – das ist zwar gerade am Anfang, wenn einem die englische Sprache noch nicht so vertraut ist, oft etwas komisch, sich mit wildfremden Leuten zu unterhalten, aber erstens hilft es einem, seine Englischkenntnisse zu festigen, man wird offener gegenüber Fremden und drittens hört man immer den neusten Klatsch und Tratsch  ;-) 

Alles in Allem kann ich also nur sagen, dass es sich immer lohnt - egal ob nun Irland, England, Spanien oder Italien – ein Jahr ( oder vielleicht auch nur 6 Monate) im Ausland zu verbringen.... und das nicht nur, weil es im Lebenslauf später „gut aussieht“, sondern weil es eine einmalige Erfahrung ist, die einem persönlich sehr viel weiterbringen kann. 

Also, worauf wartet ihr noch; auf ins Ausland!!!! :-)

Hanna 

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