Benidorm: Alexa von Witzleben

Die erste Zeit:

So, nun bleiben mir nur noch 4 Monate hier im schönen, warmen Spanien. Ich hätte nie gedacht, dass die Zeit so schnell vergehen kann. Ich weiß noch genau, wie ich vor etwa 7 Monaten mit einem nervösen Kribbeln im Bauch aus dem Flugzeug in Alicante gestiegen bin. Ich habe meinen riesigen Koffer geschnappt und mich auf den Weg zum Ausgang gemacht, wo auch schon mein Gastvater mit einem Schild auf mich wartete. Die Fahrt im Auto war für mich ewig, und ich konnte es kaum erwarten, endlich das Haus zu sehen, um Gasttochter und Mutter zu begrüßen. Alle waren sehr freundlich und geduldig mit mir, da meine Spanischkenntnisse zwar für die erste Verständigung ausreichend waren, aber ich damit noch keine Gespräche führen konnte. Nach dem Abendessen, was in Spanien ja meist erst nach 21 Uhr eingenommen wird, verteilte ich meine Geschenke und ging dann auch recht bald schlafen, mit dem Gedanken : „ Und hier wirst du nun die nächsten 10 Monate leben.“

Die erste Woche hat sich meine Gastmutter frei genommen, um mir alle meine Aufgaben zu zeigen und mich bei der Sprachschule anzumelden. Die Hitze machte mir anfangs etwas zu schaffen, weswegen ich in den ersten Wochen extrem müde war. Ich konnte mich aber glücklicherweise im Pool abkühlen, und da ich manchmal erst um 18:00 Uhr mit Arbeiten anfangen musste, hatte ich genug Zeit, mich auszuruhen. Ich habe mich so recht schnell eingelebt, aber man fühlt sich leider doch noch eine ganze Weile fremd in der neuen Umgebung. Es dauert eben seine Zeit, bis man sich wirklich in einer anderen Familie wohl fühlt. Das hängt natürlich auch von der jeweiligen Familie und einem selbst ab.

Der Arbeitsalltag:

Meine Gasttochter ist 14 Jahre alt und geht auf eine französische Privatschule in Alicante, von der ich sie 2 mal die Woche abholen muss, an den restlichen Tagen fährt sie mit dem Bus nach Benidorm, und ich muss nur rechtzeitig mit dem Auto an der Zahlstelle der Autobahn sein. Danach geht es erstmal an die Hausaufgaben, die sie allerdings ganz alleine erledigt. Ich helfe ihr nur bei Deutsch ein wenig. In dieser Zeit lerne auch ich spanische Vokabeln oder mache die Hausaufgaben, die ich in der Sprachschule, die ich 2 mal die Woche besuche, aufbekommen habe.

Wie verstehen uns echt super und gehen auch wenn ich frei habe öfter mal zusammen ins Kino oder schauen uns einen DVD an.

Da meine Gasteltern beide berufstätig sind und ihre eigenen Arztpraxen haben, kommen sie meist erst sehr spät nach Hause. Mein Arbeitstag endet dann meist so gegen 22:00 Uhr.

Im Haushalt muss ich fast nichts tun, dazu haben wir eine Haushälterin, die für alle kocht und das Haus extrem sauber hält. Das Einzige, was ich machen muss, ist die Wäsche morgens auf- und wenn sie trocken ist, wieder abhängen.

Samstags gehen wir meist zum eigenen Pferd. Meine Gasttochter reitet dann 1-2 Stunden.

Ab 17 Uhr beginnt dann mein Wochenende, wo ich mich meist mit anderen Aupairs aus der Region treffe.

Wohnen:

Das Haus ist von einer großen Mauer umgeben und mit allen möglichen Alarmanlagen ausgestattet, die ich leider auch schon einige Male unfreiwillig ausgelöst habe. Außerdem haben wir noch 2 Wachhunde, die zwar, glaube ich, keiner Menschenseele etwas antun, aber natürlich fürchterlich bellen können, um die Einbrecher einzuschüchtern. Auf dem Grundstück meiner Gastfamilie befindet sich auch noch ein Tennisplatz, auf dem ich mir auch schon ein Match mit meinem Gastvater geleistet habe. Auch einen schönen nierenförmigen Pool gibt es, der zwar etwas kalt ist, aber bei den heißen Temperaturen im Sommer ein wahrer Segen ist. Ein Pool ist in Spanien keine Seltenheit, wie ich auch schon bei einem Blick aus dem Fenster bei meinem Hinflug bemerkt habe. Oft teilen sich auch mehrere Häuser oder Wohnungen einen Pool.

Mein Zimmer ist im Keller des Hauses, was mich anfangs etwas abgeschreckt hat, ich damit aber mittlerweile voll und ganz zufrieden bin. Ich habe einen Fernseher, einen DVD-Player und einen extra für mich gelegten Internetanschluss. Neben mir wohnt noch die Haushälterin mit ihrem Ehemann, mit denen ich mir das Bad teile. Das ist aber absolut kein Problem, da ich meist arbeite, wenn sie frei haben und andersherum. Mein Zimmer muss ich selbstverständlich selber sauber halten, sowie das Bad.

Fazit:

Ich hatte riesiges Glück mit meiner Familie. Bisher gab es keine großen Probleme und keine Diskussionen, was aber auch daran liegt, dass diese Familie schon seit mindestens 10 Jahren immer wieder Aupairs hatte und somit schon viel Erfahrung mit dem Umgang hat. Ich habe meine Entscheidung nie bereut, auch wenn der Anfang schwer war. Man bekommt natürlich in machen Situationen auch etwas Heimweh.

Ich werde mich bestimmt immer an meinen Aupair-Aufenthalt zurück erinnern und auch hoffentlich danach weiter Kontakt zu meiner Gastfamilie halten. Leider ist es recht schwer hier, spanische Leute kennen zu lernen, da ich hier in einer Touristenhochburg lebe und nicht in einer Universitätsstadt. Ansonsten kann ich es jedem empfehlen, der zwischen Schule und Studium ein Jahr Pause machen will und eine neue Sprache und Kultur kennen lernen möchte.

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