Auckland: Carina Land

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Meine Reise ans andere Ende der Welt

Ende Oktober fing alles an! Mit einem unklaren Kopf – was mache ich hier eigentlich? - ging es auf zum Flughafen. Nach einem Abschied von meiner Familie und meinem Freund mit ein paar Tränen hieß es: Tschüss Deutschland, Hallo große Welt, Hallo Neuseeland! An das Schlafen im Flugzeug oder Filme sehen war nicht zu denken – ich war zu aufgeregt.  

Nach 19 Stunden Flugzeit und einem Aufenthalt in Dubai kam ich endlich in Auckland an und wurde herzlich von meiner Gastmama und Ciara (4 Jahre) mit einem selbstgemalten Schild mit meinem Namen darauf empfangen. Auch der kleine Caleb (10 Monate) war dabei. In Neuseeland erwartete mich wunderbares Wetter – im Gegensatz zu Deutschland wo es zu diesem Zeitpunkt regnerisch und kalt war. Mit dem Auto fuhren wir dann zu meinem neuen Zuhause, welches in einem westlichen Stadtteil von Auckland lag. Dort habe ich dann auch meinen Gastpapa kennen gelernt. Ich wurde von Anfang an herzlich in die Familie aufgenommen und durfte überall hin mitkommen. So war gleich am nächsten Tag der Geburtstag einer Kindergartenfreundin von Ciara.

Nach und nach wurden mir meine Aufgaben, die ich zu erledigen hatte gezeigt. Außerdem standen Termine an, wie eine Fahrstunde (es war nicht so erschreckend, wie ich es mir vorgestellt hatte, auf der anderen Seite der Straße zu fahren!) oder der Erste Hilfe Kurs.

Ich brachte Ciara morgens immer in den Kindergarten (später dann in die Schule) und holte sie nachmittags wieder ab. Nach einem kleinen Snack machten wir die Hausaufgaben und anschließend spielten wir zusammen. Gegen Ende meines Aufenthalts brachte ich ihr auch ein bisschen Deutsch bei. Tagsüber kümmerte ich mich um Caleb (von füttern, Flasche geben, Windeln wechseln bis zum Schlafen legen gehörte alles dazu).Wir besuchten verschiedene Playgroups, waren auf dem Spielplatz, bei Playdates, unternahmen Ausflüge wie z.B. in den Zoo, gingen im Supermarkt einkaufen und vieles mehr. Während meines Aufenthalts lernte er Krabbeln und Laufen und begann gerade mit dem Sprechen. Es ist aufregend, das mitzuerleben. Man freut sich über jeden kleinen Fortschritt. Während des Mittagsschlafs erledigte ich dann die Hausarbeit und ging nach getaner Arbeit meinen eigenen Interessen nach. So habe ich oft etwas für die Familie gebacken – unter anderem auch deutsches Brot; irgendwann hatte ich genug vom Toastbrot :D. Neben deutschem Essen versuchte ich auch anderweitig meiner Gastfamilie die deutsche Kultur nahe zu bringen. So bastelte ich für Ciaras ersten Schultag eine Schultüte und in der Vorweihnachtszeit hatten wir einen Adventskranz. Meine Gasteltern waren beide Vollzeit berufstätig. Mein Gastpapa kam gegen späten Nachmittag nach Hause. Danach wurden die Kinder gebadet und dann gab es Abendessen, das entweder ich oder mein Gastpapa vorbereitet hatte. Später kam dann auch meine Gastmutter nach Hause.

Am Wochenende unternahm ich viele Ausflüge mit anderen Au Pairs zu all den wunderschönen Orten Neuseelands. Im Januar konnte ich mir drei Wochen am Stück frei nehmen und bereiste zusammen mit einem anderen Mädchen die Südinsel. Wir mieteten uns ein Auto und erkundeten ausgestattet mit einem Reiseführer und Tipps von Kiwis und anderen Reisenden die Insel auf eigene Faust. Es ist ein wunderbares Gefühl von Ort zu Ort zu reisen und mit der Zeit zu leben ohne zu wissen, was einen am anderen Tag erwartet. Ich lernte während meines Aufenthalts viele neue Leute kennen – zu vielen habe ich immer noch Kontakt.

Während ich anfangs sehr an meinem Vorhaben gezweifelt hatte, da ich mir einen so großen Schritt nicht zutraute, kann ich nun nach meinem Aufenthalt sagen: Es war definitiv die richtige Entscheidung! Ich hatte großen Spaß mit den Kindern und hatte eine super nette Gastfamilie, die auch zu meiner zweiten Familie wurde; ebenso wie Neuseeland zu meiner zweiten Heimat. Der Abschied fiel mir sehr schwer! Ich erinnere mich immer wieder gerne daran zurück und sehe mir die vielen Fotos an. Ich vermisse meine Gastfamilie und Neuseeland und bin mir sicher, dass ich wieder dort hinfliegen und auch meine Gastfamilie besuchen werde.

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