Eagle: Ina Dietrich

Als ich vor circa 1 ½ Jahren beschloss für ein Jahr als Aupair in die USA zu gehen,  war für mich klar, dass meine Traumregion die Westküste ist. Und tatsächlich entschied sich eine Familie, die in Kalifornien lebte für mich. Das hieß ein Traum würde für mich in Erfüllung gehen.  Doch alles kam ganz anders. Fünf Tage vor meiner Abreise im Juli rief mich die Organisation an und sagte mir, dass die Familie mich auf Grund finanzieller Schwierigkeiten nicht mehr nehmen konnte. Das war natürlich ein Schock für mich, aber von da an ging alles ganz schnell. Bereits am nächsten Tag rief mich eine sehr nette junge Mutter aus Colorado an und wir beschlossen zusammen, dass wir es wagen wollen obwohl wir uns kaum kannten. Sie war mir von Anfang an sympathisch, trotzdem hatte ich natürlich auch Bedenken, ob es wirklich die richtige Entscheidung war.  Aber das war es!!!   Das folgende Jahr verbrachte ich in Mitten der Rocky Mountains, mit einer wundervollen Familien, mit der ich mich super gut verstanden habe. Mein Alltag bestand von nun an daraus mich um Olivia (2  ½ Jahre) und Carter (3 Monate) zu kümmern.  Olivia war an drei Tagen in der Woche im Kindergarten. Nachdem ihre Eltern morgens aus dem Haus waren frühstückten und spielten wir zusammen, bis es Zeit für den Kindergarten war. Nachdem ich sie dort pünktlich um 9 Uhr abgeliefert hatte, ging mein Tag mit dem kleinen süßen Carter los. Neben wickeln, füttern und ihm Liebe schenken musste ich mich natürlich auch ein bisschen um den Haushalt kümmern. Wir gingen zusammen einkaufen, zum Post Office oder machten die Wäsche der Kinder. Während der ersten sechs Monate konnte ich ihn keinen Moment aus den Augen lassen, selbst schlafen wollte er nur an mir dran J . Dadurch ist er mir natürlich sehr ans Herz gewachsen  und ich vermisse ihn umso mehr.

Wenn Olivia nicht in der Schule war stand music class, story time oder Schwimmunterricht auf dem Programm. Da wir in einem eher kleinen Ort lebten konnten wir alles sehr gut zu Fuß erreichen, was natürlich auch den Kindern mehr Spaß machte. An „Programmlosen“ Tagen traf ich mich mit einem anderen Aupair und ihren Kinder. Wir backten Muffins zusammen, gingen auf den Spielplatz oder ließen die Kinder einfach nur zusammen spielen, um uns auch mal eine kleine Auszeit zu gönnen.

Meine Gasteltern waren sehr fürsorglich und behandelten mich wie ein ganz normales Familienmitglied, deshalb fühlte ich mich auch sehr wohl bei meiner Familie. Beim gemeinsamen Abendessen unterhielten wir uns meistens über den Tag oder über anstehende Ausflüge. Sie nahmen mich überall hin mit, ich dürfte aber auch sehr oft am Wochenende alleine daheim bleiben.

In meiner Freizeit ging ich ins College oder traf mich mit Freunden. Da wir in einem der größten Skigebiete der USA wohnten, schenkte mir meine Familie ein Saisonticket zum Skifahren. Die Winterwochenenden verbrachte ich also damit mit meinen Freunden Ski zu fahren. Außerdem unternahm ich verschieden Wochenendtrips mit meiner besten Freundin dort. Wir fuhren zum Grand Canyon, nach Denver, zu verschiedenen National Parks und flogen nach San Francisco und San Diego.

Ich bereue keinen einzigen Tag in diesem Jahr und bin sehr froh, dass ich mich dafür entschieden habe.  Es hat mir geholfen eigenständiger und selbstbewusster zu werden und ich habe Dinge gemacht, die ich mir davor nie zugetraut hätte. Ich kann also nur empfehlen diesen Schritt zu wagen. Zuletzt möchte ich mich noch bei  iST bedanken, dass sie mir immer mit Rat und Tat zur Seite standen und ich jederzeit anrufen konnten, wenn ich fragen hatte. Auch für die schnelle Vermittlung der neuen Familie möchte ich mich recht herzlich bedanken.

Ina Dietrich