Chicago: Christin Sandmann

Nachdem ich mich beim Aupair–Programm angemeldet hatte, stand für mich fest, ich wollte nicht nach Chicago oder New York gehen und nicht mehr als 2 Kinder betreuen. Aber wie es immer so ist, kam alles anders als geplant! Nachdem ich lange auf den ersten Anruf einer Familie gewartet habe, haben sich relativ schnell vier Familien gemeldet. Die ersten drei haben sich für ein anderes Mädchen entschieden. Bald bekam ich dann eine E-Mail von einer Familie aus der Nähe von Chicago. Als ich die Fotos sah, wusste ich sofort, dass dies die richtige Familie für mich ist. Allerdings hatten sie auch vier Kinder; Drillings-Mädchen zu dem Zeitpunkt 2,5 Jahre und einen Kleinen von 10 Monaten. Ich wusste, es würde eine Herausforderung werden, aber die Kinder waren einfach zu süß und die Eltern sahen auch sehr sympathisch aus! Wir haben dann bis zu meiner Ausreise oft telefoniert und E-Mails geschrieben. Dann ging meine Reise los... Der Abschied fiel mir schon schwer, aber ich war so aufgeregt und gespannt auf meine „neue Familie“.

Nach dem einwöchigen Workshop in New York, wurde ich schon von meiner Gastmutter und den vier Kindern (in einem riesigen Kinderwagen) am Flughafen in Chicago erwartet. Es war sehr, sehr schön und ich habe mich vom Anfang an sehr wohl gefühlt. Nachdem sie mir das Haus gezeigt hatte und wir mit den Kindern im Park waren, kamen auch gleich noch Nachbarn vorbei, die mich unbedingt kennen lernen wollten. In der ersten Woche habe ich den Alltag kennen gelernt und wir haben viel unternommen. Unser erstes Aupair – Meeting war direkt in Chicago, wo wir eine Bootsfahrt gemacht haben, auf der ich gleich alle anderen Aupairs aus meiner Gruppe kennen gelernt habe. Am Anfang war alles noch so neu und aufregend, so dass bei mir kein Zeichen von Heimweh aufkam.

Im November haben wir dann mit der Familie einen Roadtrip nach Florida gemacht. Fast zwei Tage Fahrt, aber auf Grund unserer guten Ausrüstung im Auto - ein eingebauter DVD-Spieler und viele Spielsachen - doch recht angenehm. Wir waren dort Familie besuchen und sind auch zum Strand gegangen. Für Weihnachtsdekoration wurde dort auch gesorgt: Lichterketten in Palmen…, aber Weihnachtsbäume hatten sie auch.

Weihnachten wurde bei uns auch ganz groß gefeiert, vor allem ganz anders als zu hause, da Santa die Geschenke über Nacht vom 24. auf den 25. bringt. Die Begeisterung der Kinder lässt sich kaum beschreiben. Sylvester war auch etwas anders: da in Illinois keine Feuerwerkskörper erlaubt sind, war es um 24 Uhr vor der Tür sehr still.

Mit meinen Gasteltern und den Kinder lief alles so super, so dass ich nach 6 Monaten gesagt habe, das die Zeit einfach so schnell vergangen ist und ich mir nicht vorstellen könnte, in nur 6 weiteren Monaten schon nach Hause zu gehen. Deshalb habe ich die Möglichkeit genutzt und meinen Aufenthalt noch um ein halbes Jahr verlängert! Es ist einfach so schön zu sehen, wie sich die Kinder im Laufe der Zeit verändern, wachsen, mehr reden, pottytraining usw. Ich möchte wirklich keinen Moment der letzten 1,5 Jahre missen! Ich habe auch sehr viel unternommen, ob mit meiner Familie oder mit Freunden. 

Anfang April hieß es dann Abschied nehmen, der wohl schwerste Tag meines Lebens! Ich konnte auf dem Weg ins Flugzeug nicht aufhören zu weinen, dass schlimme war auch, dass sich meine Gefühle sehr vermischt haben, da ich mich auch sehr auf meine Familie und Freunde zu Hause gefreut habe. Was mir den Abschied aber etwas leichter gemacht hat war, dass ich wusste, dass der Kontakt zu meiner amerikanischen Familie nicht abrechen wird und ich sie in nur wenigen Wochen wieder besuchen werde. Sie sind mir alle sehr ans Herz gewachsen und ich möchte auch sehen wie sie sich in den nächsten Jahren entwickeln. …

Christin Sandmann