San Francisco: Stephanie Botte

„Ich will nach Amerika!“ So lautete der vage Plan, nachdem ich die 12. Klasse gestresst hinter mir ließ und die 13., mitsamt dem anstehenden Abistress, ebenso wenig Abwechslung und Abenteuer versprach. Fast mein ganzes Leben hatte ich nun in der Schule verbracht und bald würde ich stolz mein Abizeugnis in den Händen halten. Aber das Gefühl etwas erlebt zu haben, hatte ich nicht.

Ich wollte die Welt erkunden, neue Menschen und Kulturen kennen lernen, einfach mal aus dem gewohnten Alltag ausbrechen und das Gefühl haben etwas Außergewöhnliches zu erleben! Die Zeit zwischen Schule und Studium schien perfekt, um das alles wahr werden zu lassen.

Das Au Pair- Programm stellte sich schnell als das Richtige für mich heraus. In meiner Freizeit arbeite ich viel und begeistert mit Kindern unterschiedlichster Altersgruppen, ich habe kein Problem auf fremde Menschen zuzugehen und schätze mich als anpassungsfähig und zuverlässig ein. Mein Englisch war verbesserungswürdig und last but not least: Die USA haben mich unbekannterweise schon immer fasziniert! New York, Washington D.C., San Francisco, L.A...wie großartig wäre es diese Metropolen zu erkunden?!

Mit meiner Bewerbung bei iSt nahm mein vager Plan also langsam aber sicher Gestalt an und dann ging alles ganz schnell. Das Abi lag auf einmal hinter mir, eine tolle Gastfamilie in der Nähe von San Francisco hatte ich auch schon gefunden, sprich: Der Abschied rückte immer näher. Erst als mir iSt die Flugdaten zugeschickt hatte, begriff ich: „Jetzt wird es ernst!“ Neben der riesigen Vorfreude und dem Abenteuerdrang begannen sich nun auch die Wehmut und die Unsicherheit einzumischen. „Wie soll ich das bloß ganz alleine schaffen?“, fragte ich mich. Aber aufgeben wollte ich auch nicht. Also biss ich die Zähne zusammen, schließlich war dies ja mein großer Traum.

Ziemlich bald war es dann so weit. Ich umarmte meine Familie und meine Freunde vorerst ein letztes Mal und machte mich unter Tränen in Richtung Terminal auf. Doch der Abschiedsschmerz wehrte nicht lang. Mit dem Gang durch die Sicherheitskontrolle kam die unbändige Vorfreude auf dieses Au Pair Jahr mit einem Schlag wieder zurück.

Während meiner Reise nach New York traf ich viele andere Mädchen, denen es genauso ging. Und für alle war die Landung am JFK Aiport in NYC vorläufig DAS Highlight schlecht hin. Schnell ging es in die Jugendherberge, wo wir unsere Zimmer bezogen und die nächsten fünf Tage an einem intensiven Au Pair Crash Kurs teilnahmen. Neben den vielfältigen Informationen zur Kinderbetreuung kam der „American Way of Life“ nicht zu kurz. Auch die verschiedenen Kulturen der 100 Teilnehmerinnen aus der ganzen Welt wurden präsentiert. Schließlich ist das Au Pair-Programm ein kulturelles Austauschprogramm!

Meine Gastfamilie sah das glücklicherweise ganz genauso. Von „day one“ an haben mich meine Gasteltern und die 10-jährigen Zwillinge, TJ und Josh, in ihre Familie aufgenommen und mir das Gefühl gegeben, dass ich willkommen bin und „dazu“ gehöre.

Ein typischer Tag als Au Pair in meiner Gastfamilie bestand daraus das Frühstück zuzubereiten, mit den Kids zu spielen, sie in die Schule zu fahren, ihre Wäsche zu waschen und nach der Schule standen Hausaufgaben, Freizeitaktivitäten und Dinner an. Am Anfang war alles sehr ungewohnt und neu. Es ist nicht einfach sich an den eingespielten Alltag einer noch fremden Familie zu gewöhnen, bzw. ihn zu leben. Aber mit jedem Tag gingen mir das Sprachliche und der Umgang mit den Kindern leichter von der Hand.

Natürlich gab es während dem Jahr auch mal Zeiten, in denen ich weniger Lust hatte und mir alles über den Kopf wuchs. Aber zum Glück ist es ganz leicht Kontakte und Freundschaften zu anderen Au Pairs zu knüpfen. Somit hatte ich immer Menschen um mich herum, mit denen ich reden, aber auch gemeinsam auf Reisen gehen konnte: L.A., San Diego, Seattle, Washington D.C., New York u.v.m. All diese Erfahrungen werde ich nie vergessen und glaube, dass dieses Jahr die beste Entscheidung war, die ich je treffen konnte.

Also, nur Mut, es lohnt sich! :)