Minneapolis: Lisa Roese

Ein Jahr als Aupair in Minneapolis

Voller Wehmut blicke ich zurück. Ein wunderschönes und ereignisreiches Jahr, das ich nie vergessen werde, liegt hinter mir.

Im August bekam ich eine Mail:

„Ich habe Ihre AuPair Bewerbung durchgesehen und wollte mich bei Ihnen melden, um zu sehen, ob Sie Interesse daran haetten, als AuPair zu uns zu kommen……………………………..Wenn Sie sich fuer unsere Familie interessieren, lassen Sie es mich wissen – auch wenn Sie Fragen haben – dann koennten wir uns vielleicht mal unterhalten um zu sehen, ob wir zueinander passen wuerden!

Schoene Gruesse aus Minnesota von Ihrer Susanne Haas“

Wenige Tage später stand fest: Ich werde für ein Jahr nach Minnesota gehen.

Mit gemischten Gefühlen landete ich in Minneapolis und war überwältigt von der Freundlichkeit und Selbstverständlichkeit mit der ich in der Familie Haas- Formell aufgenommen wurde. Vom ersten Tag an war ich ein Teil der Familie und war auch am Wochenende, wenn die Familie in ihr Ferienhaus fuhr, oft ein Teil davon.

Meine beiden Jungs, Ben (16) und Maxi (13), sind zweisprachig aufgewachsen. Meine Gastmutter Susi ist in Deutschland geboren und wohnt seit vielen Jahren mit ihrem amerikanischen Mann Ross in Minneapolis. Um ein Stück deutsche Kultur zu wahren und die deutsche Sprache zu fördern, waren deutsche Aupairs  seit Geburt der Kinder ein Teil der Familie. So wurden z. B. zu Weihnachten deutsche Plätzchen gebacken, regelmäßig deutsche Speisen gekocht und im Oktober ein zünftiges Oktoberfest gefeiert. Aber auch amerikanische Sitten und Gewohnheiten kamen nicht zu kurz. Im Winter gingen wir regelmäßig zum Eisfischen, Halloween wurde groß gefeiert und ich wurde ein begeisterter Fan der Minnesota Twins. Regelmäßig besuchte ich mit meiner Familie oder meinen Freunden Spiele unseres Baseball-Teams.

Während ich mit meiner Gastmutter und meinen Jungs in erster Linie deutsch sprach, unterhielt ich mich mit meinem Gastvater, der Großmutter und den Freunden der Familie in Englisch, sodass ich genug Gelegenheit hatte meine Sprachkenntnisse zu vertiefen.

Bereits während des Workshops in New York habe ich erste Bekanntschaften mit anderen Aupairs geschlossen, die sich während des Aufenthalts zu festen Freundschaften entwickelt haben. Wir nutzten etliche Gelegenheiten, um uns gegenseitig zu besuchen und Neues zu entdecken. So haben wir z.B. Silvester gemeinsam in New York verbracht oder besuchten die Präsidentenköpfe am Mount Rushmore. Auch mit meiner Community Counselorin Christine Burbach, die während meines Aufenthalts ihr erstes Baby bekam, traf ich mich nicht nur zu den obligatorischen monatlichen Treffen. Oft waren wir zusammen shoppen oder trafen uns zu einem Kaffee. Durch sie bekam ich auch Kontakt zu anderen Aupairs in meiner neuen Heimat und lernte so Judith und Anja kennen, die zu sehr guten Freundinnen wurden. Wir verbrachten jede freie Minute zusammen und entdeckten immer wieder Neues und Interessantes.

Kurzum, ein wunderschönes Jahr voller neuer Erfahrungen, das leider viel zu schnell vorüber ging…