St. Louis: Yvonne Haude

Als mein Entschluß feststand, als Au Pair in die USA zu gehen, war ich von niemanden mehr abzubringen. Als dann verschiedene Familien anriefen, war ich ganz aufgeregt, bis sich nach einer Weile eine Gastfamilie für mich entschied. Mir schwirrten viele Gedanken durch den Kopf und ich wußte ganz genau, dass dieses Jahr mein Jahr sein wird. Es waren noch viele Sachen zu erledigen und meine Freunde überraschten mich sogar mit einer Abschiedsfete.

Da wusste ich, es wurde ernst. Am Flughafen drehte ich mich zu niemanden mehr um und lief schnurstracks auf mein Gate zu. Im Flugzeug nach New York traf ich mich mit einem Au Pair, die ebenfalls auf dem Weg nach New York war. Die Tage in New York waren noch wie Urlaub und die Eindrücke kann man einfach nicht wiedergeben. Die fünf Tage Workshop gingen sehr schnell vorbei und jeder ging seine Wege. Alle verabschiedeten sich und wünschten sich Glück, tauschten e-mail Adressen aus und Telefonnummern. Zum Glück sass ein Au Pair mit mir im Flugzeug Richtung Baltimore.

In Baltimore angekommen, rannte mir meine Gastmutter Joan schon zu und bombardierte mich mit Fragen, die ich auf die Schnelle nicht beantworten konnte. Mein Englisch war anfangs nicht sehr überragend. Ich bekam meine Aufgaben gesagt und mußte mich daran halten. Ich traf mich mit vielen Au Pairs in meiner Umgebung, um meine Freizeit zu verbringen. Die Familie und die Kinder waren nicht fair zu mir und beruhigte mich immer damit, dass ich doch das erste Au Pair sei. Dem war nicht so, ich wurde immer trauriger und sprach mit meinem Betreuer Leah. Leah half mir sehr, versuchte Probleme aus dem Weg zu räumen und meinte dann letztendlich auch, dass es das Beste wäre, die Familie zu wechseln. Mir fiel ein Stein vom Herzen und ich zog für zwei Wochen bei Leah ein.

Gleich am zweiten Tag riefen schon Familien an, doch erst am vierten Tag rief 'meine Familie' an. Als ich Trish's Stimme hörte und sie von ihrer Familie erzählte, wußte ich, dass ich nach Missouri wollte. So hieß es Abschied nehmen von meinen Freunden und von meiner alten Familie. Es war wie ein neuer Abschnitt. Am Flughafen angekommen, kam Trish auf mich zu, umarmte mich und fragte, wie es mir geht. Von dem Moment an, waren wir richtig dicke Freunde. Die Kinder, Tyler und Laurel waren super. Ich verstand mich ganz toll mit ihnen. Tom und Trish sahen mich nicht als ein Au pair, ich war ein Mitglied der Familie.

Im Sommer flogen wir zusammen nach Orlando und Sanabel Island. Es war ein schöner Urlaub! Wir haben viel gelacht und unternommen. Das waren meine Vorstellungen eines Au Pairs, einfach zur Familie zu gehören... Mein Freund kam mich besuchen und wir flogen nach Kalifornien. Danach besuchten mich meine Eltern und die ganze Familie war hin und weg. Die Kinder sind mir ganz doll ans Herz gewachsen in der Zeit und man verdrängt jeden Augenblick an Abschied zu denken. Laurel sagte immer zu, dass ich für immer dableiben soll. Tyler schmiedete schon Pläne, wie man mich abhalten könnte, nach Hause zu fliegen...

In diesem Jahr habe ich viele Erfahrungen gemacht und sehr viel über mich selber gelernt. Kinder verändern dich und machen dich zu einer erwachsenen Person. Ich sehe viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel, als ich es vorher tat. Mein schlechtes Englisch entwickelte sich zu einem sehr gutem Englisch und das war ein super Nebeneffekt. In dem Jahr versuchte ich viel zu unternehmen und ich habe meiner Meinung nach sehr viel gesehen.

Es ist nicht schwer Freunde zu finden, die Menschen sind sehr offen und sehr nett da. Mein Jahr in den USA war ein Schritt in meine Unabhängigkeit und für mein neugewonnenes Selbstbewußtsein.

Jetzt, wo ich wieder zu Hause in Deutschland bin, habe ich Heimweh nach meiner Gastfamilie. Der Abschied fiel uns allen sehr schwer, Trish und ich weinten am Flughafen... Tom verabschiedet sich schon einen Tag vorher, da es ihm auch ganz schön nahe ging. Trish, Laurel und Tyler kochten ein Abschiedsabendessen für mich und Freunde kamen, um sich von mir zu verabschieden. Ich weinte und weinte und hätte nie gedacht, dass der Abschied so schwer sei. Wir stehen immernoch im Kontakt, schreiben e-mails oder telefonieren und nächstes Jahr werde ich wieder zu meiner AMERIKAN - HOST - FAMILY nach Missouri fliegen!!!