East Hanover: Denise Pásztor

Ich habe sehr lang darüber nachgedacht, einmal als Au Pair ins Ausland zu gehen. Als ich mich schließlich entschieden habe, mich für einen Au Pair - Aufenthalt in den USA zu bewerben, war ich mir bewusst, dass ich in Amerika in einer für mich neuen Welt leben werde und dass sicher nicht immer alles ideal laufen wird. Ich stellte mich auf verschiedene Situationen ein, auch dank der Vorbereitung von IST. Doch als ich das Leben in den USA "live" erlebte, war alles ganz anders als in meiner Vorstellung.

Ich war zuerst in New York bei einer Gastfamilie platziert. Leider musste ich schon nach 5 Wochen die Gastfamilie verlassen. Ich war das erste Au Pair gewesen und demnach war die Familie noch nicht so vertraut mit der Situation, ein fremdes Mädchen im Haus wohnen zu haben. Ich war vor allem den amerikanischen Erziehungsstil nicht gewöhnt. Wir waren wohl alle mit der neuen Situation überfordert und so wechselte ich in eine Familie nach New Jersey.

Meine zwei Kleinen, ein Junge und ein Mädchen, waren bei meiner Ankunft 14 Monate alt und ich kam von Anfang an problemlos mit ihnen klar. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es so leicht sein würde, zumal es Zwillinge waren, aber sie waren eben so liebenswert, dass ich sie sofort ins Herz schloss. Meine Gasteltern unterstützten mich sehr und übertrugen mir mit der Zeit immer mehr Verantwortung. Ich ging mit den Kindern allein zu "play-classes" und "music-classes", was uns viel Spaß bereitete. Mit der Zeit liebten mich die Kinder über alles und ich war zum Mittelpunkt ihres kleinen Lebens geworden. Das machte mich unheimlich glücklich.

Meine Gasteltern kümmerten sich anfangs sehr um mich, sie erfüllten mir jeden Wunsch und wir besuchten zusammen Vergnügungsparks und Museen. Das ließ zwar später nach, doch ich hatte jedes Wochenende frei und konnte dadurch viel mit Freunden reisen und die Umgebung kennen lernen. Ich hatte leider kein eigenes Auto, doch in der Regel fand sich eine Möglichkeit, ein Auto meiner Gasteltern zu nutzen oder sie organisierten eine Fahrgelegenheit für mich.

Meine Arbeitszeiten waren sehr variabel, ich arbeitete oft 10 Stunden am Tag und ich musste mich auch flexibel an den Tagesplan meiner Gastmutter anpassen. Doch mit der Zeit gewöhnte ich mich daran, keinen konkreten Tagesplan zu haben. Immerhin hatten die Kinder einen festen Ess- und "Nap"-Plan. Da ich mit ihnen lebte, passte ich mich einfach an.

In meiner Freizeit lernte ich sehr viele Leute kennen, mit einigen entwickelten sich tiefe Freundschaften, die noch heute bestehen.

Ich möchte ein Au Pair - Jahr jeder jungen Frau empfehlen, die davon träumt, einmal etwas anderes tun zu wollen und selbstständiger zu werden. Ich habe sehr viele schöne Eindrücke gewonnen, auch wenn ich in der Fremde oft feststellen musste, dass ich nicht wirklich verstanden wurde (hierbei war die Sprache weniger das Problem) und ich musste auch alles mit mir allein ausmachen. Dadurch kam bei mir schon mal das Gefühl der Einsamkeit auf.

Aber ich weiß jetzt, wenn man diese Probleme überwindet, fühlt man sich am Ende stärker und dieses Erlebnis, ein Jahr auf sich selbst gestellt zu sein, ist eine große Herausforderung.

Mein Jahr in den USA wird für mich unvergesslich bleiben.

Denise Pásztor