Chattanooga: Andrea Gähl

Es war schon immer ein großer Traum von mir, ein Jahr in einem anderen Land zu verbringen. Nach dem Abitur stand es für mich fest, als AuPair nach Amerika zu gehen. Ich bin voller Vorfreude und gespannt auf meine Gastfamilie in den Flieger gestiegen.

 

Zu erst ging es nach New York zum Vorbereitungsseminar, auf dem so viele AuPairs aus zahlreichen Ländern der Erde vertreten waren. Ich fand es klasse, einen Einblick in die verschiedenen Kulturen zu bekommen und neue Freundschaften zu schließen. Das Highlight war natürlich die beeindruckende „Sightseeing Tour“ quer durch Manhattan.

 

Danach ging es für mich weiter nach Chattanooga, Tennessee zu meinen Gasteltern und den beiden Kindern Jane (damals zwei ein halb Jahre alt) und Harlan (2 Monate). Ich habe mich sehr wohl in meiner neuen Familie gefühlt und wurde von allen gut aufgenommen. Da ich das erste Au Pair für die Familie war, nahmen mich die Kinder ohne Probleme an.

Wir wohnten an einem wunderschönen See, der vor allem in der Sommerzeit (welche in Tennssee noch länger ist als in Deutschland) unheimlich viel Erholung und Spaß mit sich brachte. Die erste Zeit kam ich mir deshalb wie im Urlaub vor und es dauerte einige Wochen, bis sich mein gewöhnlicher Alltag einstellte.

 

Mein Tagesablauf sah sicherlich wie bei den meisten Au Pairs aus. Ich fuhr Jane früh zu Schule und passte anschließend vormittags auf Harlan auf. In dieser Zeit erledigte ich noch die Wäsche und kümmerte mich um die Kinderzimmer und Küche. Kurz vorm Mittag holte ich Jane von der Schule ab. Die Nachmittage verbrachte ich mit den Mädels oft im Park, auf dem Spielplatz oder unternahm Ausflüge mit ihnen, z.B in den Zoo, die Kinderbibliothek oder das Kindermuseum.

Da meine Gasteltern von zu Hause aus arbeiten, war es für mich nicht immer einfach, die Kinder vom Büro fern zu halten… Deshalb versuchte ich so oft wie möglich, mit ihnen nach draußen zu gehen. Es gab natürlich auch Tage, an denen man vor Langeweile und Ideenlosigkeit den Feierabend herbeisehnte. Der war bei mir meist gegen 17 Uhr.

 

Das erste Semester belegte ich am College einen Geschichtskurs und das darauf folgende einen Englisch sowie GED Kurs. Der Kurs hat mir sehr viel Spaß gemacht, da ich dort viele internationale Studenten kennen gelernt hatte und Freunde gefunden hatte, zu denen ich heute noch Kontakt habe.

 

Die Wochenenden hatte ich immer frei und nutzte die Zeit, um mit meiner besten Freundin Anna, sie war auch ein deutsches AuPair und wohnte ca. 2 Stunden entfernt in Knoxville, Land und Leute zu erkunden. Wir hatten eine tolle Zeit und eine Menge Spaß mit einander.

 

Außerdem bin ich mit meinen Gasteltern durch das Land gereist. Wir waren in Savannah, einer traumhaften Stadt an der Ostküste und verbrachten Weihnachten in Florida, welches ein unvergessliches Erlebnis für mich war, da ich noch nie zuvor am Meer und Strand unter Palmen Weihnachten gefeiert hatte. Wir besuchten Miami und waren auf einer entlegenen Insel namens Cajo Costa zelten. Im Frühjahr fuhren wir nach Washington D.C. und ich konnte mir all die bekannten Gebäude wie das Capitol oder White House, die man sonnst nur aus dem Fernsehen kennt, von nahen an sehen. Die Stadt hatte einiges an Geschichte und Kultur zu bieten und ich war von den zahlreichen Museen fasziniert.

 

Zu meinen Geburtstag kamen mich mein Bruder und seine Freundin besuchen und wir fuhren gemeinsam nach Charleston, einer wunderschönen Stadt am Atlantik. Wir hatten einen tollen Urlaub miteinander verbracht und viel erlebt.

 

Ich bin wahnsinnig froh darüber ein AuPair Jahr gemacht zu haben. Es war das erlebnisreichste Jahr für mich bisher. Ich habe so viel erlebt und gesehen und bin ein Stück erwachsener geworden. Man macht so viele neue Erfahrungen, positive wie negative, die einen fürs Leben stärker machen.

Ich kann mich also nur den vielen anderen AuPair anschließen und jedem so ein Erlebnis empfehlen!!