Bristow: Vanessa Sauer

Es kommt mir vor als wäre es gestern, dass ich ganz aufgeregt alle Unterlagen für meinen Au-pair Aufenthalt zusammengesucht habe, meine Bewerbung Online stand und ich ganz aufgeregt auf einen Familienvorschlag gewartet habe.
Dieser kam auch innerhalb von 2 Tagen von der Familie Westenhofer aus Virginia. Anbei hatte Deena einige verrückte Bilder ihrer 2 Jungs Owen (13) und Zach (6) geschickt. Diese 2 chaotischen Kids und sympathischen Eltern haben mich auf anhieb überzeugt. Nach mehreren Tagen langer Email Konversationen war es dann soweit – das erste Telefonat.
Sofort waren mir Sowohl Deena als auch Scott sympathisch und wir haben gematcht. Danach kamen wöchentlich Emails mit update und Fotos der Kids. Besonders aufregend fand ich es, dass Deena schwanger war und ihr Kind ca. 1 Monat nach meiner Ankunft erwartete.
Aber auch wenn es mir nicht so erscheint, das alles ist Mittlerweile schon 1 ½ Jahre her und ich bin schon seit 1 Woche wieder in Deutschland!
Das Jahr war sehr ereignisreich. Besonders aufregend war die Woche in New York, in dieser Woche hatte ich das Glück einige tolle Au-pair kennenzulernen mit denen ich den Rest der Jahres noch guten Kontakt hatte. Im Bus von New York nach Washington waren wir alle super aufgeregt und malten uns aus wie unser Jahr wohl sein würde. Ich war das erste Au Pair was von Ihrer Gastmutter abgeholt wurde. Als ich endlich ankam waren meine kids (noch) ganz schüchtern.
Meine erste Woche war die letzte Ferienwoche, dass heisst die Zach war mit mir zu Hause und wir hatten die Chance uns kennenzulernen. Ich konnte nicht anders als ihn sofort ins Herz zu schliessen, klar hat er auch gerne mal versucht mit Sachen durchzukommen die Mama und Papa so nie erlaubt hätten aber ich war ja vorgewarnt ;-)
Danach fing dann auch schon die Schule an. Die ersten Wochen waren sehr hart denn wie ich feststellen durfte hasst mein Kleiner es morgens aufzustehen aber nach einer Weile habe ich die perfekte Weckmöglichkeit (eine Runde knuddeln) gefunden.
Nach weiteren 2 Wochen war es dann soweit, Mason wurde geboren. Meine Gastmutter war dann 2 Monate mit zu Hause und ich hatte einen ziemlich entspannten Job. Nebenbei ging ich einmal pro Woche abends zum College.
Nach 2 Monaten ging sie wieder zur Arbeit und ich hatte den Kleinen ganz für mich alleine :D
Dann kamen auch schon die ganzen Feiertage. Viele Sightseeing Trips nach DC.
An Halloween war ich mit ein paar weiteren Au Pairs auf einer coolen Feier und auf einer Familienfeier bei einer der Gastfamilien, dann waren wir noch im Gruselwald (man läuft durch und wird erschreckt – sehr Empfehlenswert). An Thanksgiving gab es natürlich Truthahn und an dem Freitag danach ging es zum typischen Blackfriday shopping ( ja nur Amerikaner können aus dem Jahrestag eines Börsencrashs DAS Shoppingerlebnis schlechthin machen ).

Danach kam dann kurz vor Weihnachten der erste Schneesturm. Die Kinder hatten dann 4 Tage schulfrei da wir eingeschneit waren . ? Am Weihnachtsmorgen gab es dann Tonnenweise Geschenke für alle ( auch für mich ?) und danach fuhren wir nach Ohio die Eltern meines Gastvaters besuchen.
Silvester verbrachte ich mit einigen Freunden in New York. Diese Stadt muss man einfach mal in voller Weihnachtsdekoration gesehen haben! Wie alle verrückten Touristen erwarteten wir den Jahreswechsel am Times Square – definitiv ein einmaliges Erlebnis ?.
Dann kam der 2. Schneesturm mit ca. 1. Meter Schnee. Eine ganze Woche haben wir im Haus verbracht mit heisser Schokolade, Film und Spielabenden. Dann schmolz der Schnee und meine Cousinen kamen zu besuch und ich zeigte ihnen DC und mein Amerikanisches Leben. Während dieser Zeit hatte Zach Geburtstag und wurde 7 wir alle beschenkten ihn und feierten mit transformers Kuchen und seinem Lieblingsessen. Als sie Weiterzogen in Richtung New York ging es für mich und meine Familie nach Florida ins Disneyworld, Universal Studios und Sea World. Dort feierte ich dann meinen 20. Geburtstag. Danach unternahm ich mit meinen Freunden noch einige Wochenendtrips zB nach New York, Ocean City, Virginia Beach , Baltimore, Canada und vieles mehr.
Der Juni veränderte dann alles. Owen verletzte sich beim Sport die Schulter, als die Schmerzen nach einigen Tagen nicht nachließen ging er zum Arzt. Auf einem Röntgenbild wurde ein Tumor entdeckt- ein großer Schock für die gesamte Familie. Nach einigen Tagen begann auch schon die Chemotherapie eine schwere Zeit für alle beteiligten. Um ihm die Zeit so normal wie möglich zu gestalten fuhren wir trotz allem an den Strand in North Carolina wenn auch kürzer als eigentlich geplant. Hatten aber dennoch mit Großeltern, Cousins, Onkel, Tanten und Familienfreunden eine tolle Zeit. Nach einigen weiteren Wochen war mein Jahr beendet. Meine Mutter kam und gemeinsam fuhren wir nach Philadelphia, Baltimore, Washington Dc , San Francisco , Los Angeles und San Diego. Als wir wiederkamen war Owen schon wieder zu Hause, in der Zwischenzeit wurde Owens Tumor entfernt und er war in der Erholungsphase.
Nach 2 weiteren Nächten mit meiner Gastfamilie, einem Abschiedsessen und einer ganzen Menge Tränen war es dann Zeit den nächsten Flieger in Richtung Heimat zu nehmen und damit mein tolles Jahr zu beenden.
Dieses Jahr war gezeichnet von einmaligen Erfahrungen und Erlebnissen die ich um keinen Preis der Welt hätte missen wollen.