Sydney: Nicole Schnitzler

Hallo, ich bin Nicki, 20 Jahre alt und komme aus Verden.

Das ich später einmal AuPair werden möchte stand für mich schon ziemlich früh fest, doch geglaubt hat es mir eigentlich keiner. Auch ich war selbst erstaunt, als mein Flug nach Australien dann gebucht war und es so langsam aber sicher im Oktober ans Abschiednehmen ging. Australien – ein Land, was mich eigentlich nie interessiert hatte, welches eh am anderen Ende der Welt und somit in unerreichbarer Ferne liegt und wo zudem noch gefährliche Tiere leben sollen und die Menschen auf der falschen Seite Autofahren. Ob das was werden kann?

Ich kann euch beruhigen, es ist was geworden!!

Nachdem ich durch IST die für mich perfekte Gastfamilie gefunden hatte, ein paar Mails schrieb und mit meiner Gastfamilie telefonierte, hieß es für mich also ab in den Flieger – ab ans andere Ende der Welt, getrennt von Freunden und Familie, in ein neues Abenteuer. Nach dem etwa 27-stündigen Flug kam ich endlich sonntagmorgens in Sydney an. Meine Gastmutter holte mich am Flughafen ab. Da es zu früh am Morgen war, konnten die Kinder leider nicht mitkommen, da sie sonst aufgeweckt hätten werden müssen. Nach einer etwa 40minütigen Autofahrt nach Wahroonga, einem Vorort von Sydney, lernte ich dann auch die damals 20 Monate alte Amelie kennen, die mich sofort herzlich empfing. Da ich bei einer allein erziehenden Mutter wohnte, und die große an dem Tag bei dem Vater war, musste das zweite Kennenlernen noch bis zum Abend warten. Als Sienna mir dann jedoch gegenüberstand, sich ganz aufgeregt vorstellte und im 2. Satz erstmal erklärte, dass Charlie, der kleine Hund, ein ganz lieber sei, hatte ich mein Herz schon verloren und mir war klar, dass es mich gut getroffen hatte.

Am nächsten Tag begann auch schon gleich meine Arbeit. Trotz dass meine Gastmutter nicht arbeitete hatten wir in der ersten Woche noch die Oma zur Unterstützung da, falls ich noch Fragen haben oder irgendwelche Schwierigkeiten bekommen sollte. So lernte ich sie auch schon kennen und schloss auch sie von Anfang an in mein Herz.

Meine Aufgaben waren sehr vielfältig. Gedacht war es eigentlich, dass ich den Tag über für die Kinder da bin, d.h. von Frühstück, Anziehen bis hin zum Wickeln und Rausgehen, alles mit ihnen mache, nebenbei die Wäsche wasche und das Abendessen koche. Hört sich sicher auf den ersten Blick viel an, auch ich war am Anfang etwas überrascht, als sie „kochen“ zu mir sagte. Ich war zu Hause froh, wenn die Nudeln mal nicht zu weich oder hart aus dem Wasser kamen wenn ich Mittag kochen sollte ;). Doch natürlich war alles halb so wild. Da meine Gastmutter ja auch zu Hause war, unternahmen wir viel zusammen mit den Kindern, fuhren des Öfteren in Tierparks, zu anderen Freunden oder einfach mal ins Shoppingcenter, sodass keine Langeweile aufkommen konnte. Außerdem hatten die Kinder ja noch jeweils ihre eigenen Hobbies wie Ballett, Gymnastics, Schwimmen und die Große ging 2 Tage pro Woche in die Preschool, wo ich dann nur die Kleine hatte. Kochen konnte ich immer wenn die Kinder ins Bett gegangen sind und die Wäsche lief nebenher. Zum Glück hatten wir einen Putzmann, sodass sich keiner ums richtige Putzen kümmern musste, was schon sehr praktisch war. Die Abende hatte ich dann natürlich auch frei, wo ich dann ins Fitnessstudio ging oder mich mit anderen AuPairs aus der Umgebung traf.

Die Wochenenden hatte ich immer frei und konnte sie dann natürlich auch frei nach meiner Laune gestalten. Da ich nicht in Australien war um nur Party zu machen und „in den Tag hineinzuleben“, nutzte ich auch die Wochenenden um so viel wie möglich zu sehen. Zwei mal flog ich sogar nach Melbourne, ich verbrachte ein Wochenende in einem Surfcamp und ein Wochenende fuhr ich in die Hauptstadt. Ansonsten gibt es rund um Sydney so viel zu Sehen und Tun, dass einem so schnell nicht langweilig werden kann!! Durch mein Taschengeld, was ich in der Familie bekam, brauchte ich mir auch nie Gedanken um Geld machen, denn ich verdiente genug, sodass ich nach meiner AuPair-Zeit auch noch 5 Wochen durchs Land reisen konnte. Dies würde ich jedem empfehlen denn es ist so einfach dort rumzukommen und die Landschaft ist einfach so traumhaft schön, dass man sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen sollte.

Auch nach meiner Reise fand ich in meiner Gastfamilie noch einmal Unterschlupf. Mittlerweile war das neue AuPair schon knappe 2 Monate da und es war ein komisches Gefühl zu sehen, dass sie nun mein Leben eingenommen hatte. Doch die Kinder und meine Gastmutter freuten sich riesig mich wieder zu sehen und so verbrachten wir noch einmal 4 super schöne Tage zusammen in Sydney.

Zusammen mit der Oma brachten mich die Kinder und meine Gastmutter zum Flughafen. Wir hatten noch einmal zusammen Lunch und als es dann ernst wurde und ich durch die Kontrollen gehen musste, fingen auf einmal alle an zu weinen. Der Abschied war wirklich hart, die Kinder wollten gerne mit nach Deutschland kommen und ich eigentlich noch weiter in Australien bleiben. Doch irgendwann musste der Zeitpunkt kommen und ich bin mir sicher, dass ich nächstes Jahr wieder rüber fliegen werde, in mein zweites zu Hause, um meine kleinen Schätze zu besuchen.