Perth: Laura Lutz

Einmal ans andere Ende der Welt als AuPair, das war mein ganz großer Traum und schneller als ich dachte war es soweit. Meine Gastfamilie stand fest, der Flug war gebucht und der Koffer, mehr oder weniger gepackt. Meine Verabschiedung von Freunden und Familie fiel mir schwer und schon jetzt hatte ich großes Heimweh, jedoch freute ich mich auch riesig auf das Abenteuer. Auf dem Flug schwirrten mir noch viele Gedanken durch den Kopf: Angst, Zweifel, Heimweh. und ich versuchte sie mit schlafen oder Filme schauen zu verdrängen. Nach einem sehr langen Flug kam ich Nachmittags endlich in Perth an und die positiven Gefühle überhäuften mich. Ich war einfach nur gespannt was mich erwartet. 

Am Flughafen wurde ich von einer netten Dame abgeholt, welche mich dann nach Cottesloe zu meiner Gastfamilie brachte. Der Empfang war sehr herzlich und ich fühlte mich sofort wohl. 4 Jungs auf einen Streich, mit denen ich gleich am ersten Nachmittag im Garten spielte und sie mir versuchten die „Aussie rules“ beim Football beizubringen. Im Laufe meines Aufenthaltes habe ich zumindest das Schießen des Balles noch gelernt.

Die ersten vier Wochen habe ich einen Sprachkurs in Fremantle gemacht, um meine Englischkenntnisse zu verbessern. Hier lernte man sehr viele neue AuPairs kennen und man muss sich keine Gedanken machen, dass man alleine bleibt. Nach den Unterrichtsstunden hatte man öfter noch Zeit in die Stadt zu gehen oder einfach am Strand zu liegen. Der Kurs selbst war super und hilfreich, die Lehrerin nett und immer gut drauf, somit hatte man sogar beim Lernen Spaß. 

Nachdem der Sprachkurs rum war, hatte man endlich mehr Zeit für die Kinder und den Haushalt. Die zwei großen Jungs im Alter von 7 und 9 waren immer bis Nachmittags in der Schule. Aus diesem Grund habe ich die meiste Zeit mit dem 1 1/2 Jährigen und dem 5 Jährigen verbracht. Spielplatzbesuche, Trampolinspringen, backen oder einfach mal ein Spiel machen bereitete beiden sehr viel Spaß und auch ich genoss es sehr. Wenn ich ab und zu Abends auf die Kinder aufpasste, habe ich ihnen vor dem Schlafengehen ein Buch vorgelesen und am Wochenende gab es auch mal DVD-Abende mit Pizza. Die Nachbarskinder waren sehr oft zu Besuch und somit spielte man am Nachmittag viel auf der Straße oder im Garten. Basketball war sehr beliebt und selbst mein 1 1/2 Jähriger war total begeistert vom Ball. 

Im Haushalt griff ich der Mutter auch unter die Arme und machte die Wäsche, staubsaugte und half ihr beim Vor-bereiten des Abendessens. Die vielen Abende, an denen mein Gastvater BBQ machte und viele Freunde der Gastfamilie bei uns waren, habe ich in vollen Zügen genossen und lieben gelernt.

In meiner freien Zeit nutze ich jede Minute und traf mich mit den AuPairs am Strand oder zu einem Ausflug. 

Auch die Wochenenden waren immer sehr verplant, denn es gab hier einfach so viel zu entdecken. An dem einen Tag erkundete man einfach nur Perth, den Kings Park oder einen anderen Stadtteil, an anderen Tagen mietete man sich auch mal ein Auto oder machte eine Bustour, um den Rest drumherum und die Weite Australiens zu entdecken. 

Die beiden Höhepunkte mit der Familie waren die beiden Urlaube in Margret River. Dort erlebten wir so viel und ich sah meine ersten „wilden“ Kängurus, denn zuvor waren es nur Kängurus im Zoo. Die Strände waren auch hier ein Traum und ein Bushwalk durch Felder und Wald begeisterte mich und die Kinder sehr. Es war nochmal was ganz anderes als Perth selbst, denn hier hat man mehr Natur und Wildnis.  

Mein Aufenthalt von 4 1/2 Monaten mit der Gastfamilie verging leider viel zu schnell, doch nun konnte ich endlich auch mit meinem Freund, der kurz vor Ende meines AuPair-Aufenthaltes ankam, die Zeit und das Reisen genießen. Weihnachten verbrachten wir noch mit der Gastfamilie. Schon am frühen Morgen waren wir dort, um zu sehen wie vier Kids Geschenke auspacken. Ein großes Chaos, aber auch ein richtig schönes Gefühl die leuchtenden Kinderaugen zu sehen und mit ihnen gleich alle Geschenke auszurobieren. Bei 28° C frühstückten wir nach der Beschehrung auf der Terasse und verbrachten hier auch noch den kompletten Nachmittag. Nach Silvester mussten wir uns dann endgültig von meiner „Aussie family“ verabschieden. Es fiel allen nicht leicht „Leb wohl“ zu sagen, aber die nächtste Reise nach Australien kommt bestimmt, da bin ich mir sicher und so verabschiedeten wir uns mit einem „See ya!“ und einer dicken Umarmung von allen.

 Dieser Aufenthalt hat mir so viele schöne Momente bereitet, mir sehr viel Lebenserfahrung und Selbstsicherheit gegeben und das Beste, ich habe Freunde und eine zweite Familie und Heimat gewonnen. Ich werde diese Zeit nie vergessen und bereue meine Entscheidung keineswegs. Mit Spinnen, Mozzies (Moskitos) und Kakerlaken habe ich mich angefreundet, das Heimweh hatte ich schon nach kurzer Zeit besiegt, und kleine Probleme liesen sich mit Hilfe der Familie schnell lösen. The Aussie way of life - Ich bin froh ihn kennen und lieben gelernt zu haben.

Laura Lutz