Dominique Usitzki

Über Hindernisse zum unvergesslichen Jahr

Ich habe mich entschieden diesen Bericht zu schreiben, um euch zu zeigen, dass AuPair sein nicht immer problemlos und erfolgreich verläuft, sondern auch Schwierigkeiten mit sich bringen kann. Doch an dieser Stelle kann ich aus eigener Erfahrung sagen, gebt nicht auf, sondern kämpft für euren Traum und ihr werdet es nicht bereuen.

Aber nun mal der Reihe nach!

Ich hatte bereits seitdem ich 10 Jahre alt war den Traum, einmal als AuPair ins Ausland zu gehen.

Nach dem Fachabitur war es dann soweit. Ich suchte mir eine Agentur (damals nicht iSt), fand eine Familie und flog im Sommer 2007 nach London. Nachdem es anfangs eigentlich ganz gut lief, überkam mich nach ca. 1 Woche das Gefühl, dass diese Familie eigentlich gar kein AuPair braucht, sondern mich scheinbar nur hatte, um sagen zu können wir haben ein AuPair. Ich hatte keinerlei wirkliche Aufgaben, selbst die Kinderbetreuung, für die ich ja eigentlich da war, übernahmen größtenteils andere Leute und ich als AuPair hatte sogar meine eigene Putzfrau. Dass ich mir das Ganze so nicht vorgestellt hatte, war ziemlich schnell klar und ich entschied mich, meine Agentur einzuschalten, um die Familie zu wechseln. Doch selbst das lief ganz und gar nicht so problemlos wie die Agentur ursprünglich mal versprochen hatte, sodass ich mich entschied das Jahr abzubrechen, denn das Vertrauen in die Agentur war damit kaputt und auch die Angst, wieder an die falschen Leute zu geraten, war zu groß.

Da dies aber eigentlich mein Bericht über ein gelungenes Jahr werden soll, ist es das natürlich noch nicht gewesen. Wieder zu Hause angekommen, entschied ich mich noch ein Jahr Schule ranzuhängen und das Abitur zu machen. In dieser Zeit war aber immer klar, dass das unmöglich alles gewesen sein kann, davon hatte ich nicht 8 Jahre geträumt. Also entschied ich mich nach dem Abi einen neuen Versuch zu starten und machte mich wieder auf die Suche nach einer Agentur. Bei meinem ersten Aufenthalt lernte ich bereits einige AuPairs kennen und viele waren mit iSt im Land und hatten nur gute Erfahrungen gemacht; so entscheid ich mich ebenfalls mit iSt nach London zu gehen. Nachdem ich alle Unterlagen eingereicht hatte, kamen auch schon die ersten Anrufe aus England und meine neue Gastfamilie war schnell gefunden, sodass ich bereits im September am Flughafen Berlin Tegel ins neue Abendteuer starten konnte.

Auch dieses Mal habe ich mich mit gemischten Gefühlen von allen verabschiedet und Aufregung machte sich breit. Allerdings hat es das Schicksal sehr gut mit mir gemeint und ich hatte das Glück, dass ich am Flughafen bereits das erste AuPair kennen lernte. Sie begann ebenfalls an diesem Tag ihren Aufenthalt und es ging uns beiden schon gleich viel besser.

In London angekommen, wurde ich sehr herzlich von meiner Gastmum empfangen und wir machten uns auf den Weg zu meinem neuen zu Hause. Auch meine 3 Gastkinder (Zwillingsmädchen, 4 Jahre und ein Junge, 8 Jahre) erwarteten mich mit Freude und es dauerte nicht lange und wir saßen bereits das erste Mal im Wohnzimmer und spielten zusammen.

Da dies hier aber nur ein Bericht werden soll und kein Buch, versuche ich mich jetzt mal etwas kürzer zu fassen, auch wenn es schwer ist, so viele Eindrücke einfach zusammen zu fassen ;).

Mein Aufenthalt in London wird für mich immer einmalig und unvergesslich bleiben und ich bin froh, dass ich einen weiteren Versuch gewagt habe. Eine Erfahrung wie diese bringt soviel tolle Sachen mit sich und dieses Erlebnis wird einem keiner mehr nehmen können. Man denkt am Anfang wahrscheinlich, oh Gott, ich lebe da bei völlig fremden Leuten, kenne weder ihre Gewohnheiten noch weiß ich irgendwas von ihnen, Freunde habe ich dort auch keine und die Sprache spreche ich auch nur mäßig, wie soll man sich dort bitte einfinden? Es geht aber so schnell und man merkt ziemlich schnell, dass es ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist und meine Gastfamilie hat mich von Anfang an in ihre Familie aufgenommen und mich an allen Aktivitäten teilhaben lassen. Der Anfang ist natürlich immer etwas schwer. Da fängt es schon bei ganz einfachen Sachen an: z.B. Kann ich einfach an ihren Kühlschrank gehen? Den Fernseher benutzen? Es kommt einem alles komisch vor. Ich werde wohl auch nie vergessen, wie ich das erste Mal die kleinen Zwillinge aus der Vorschule geholt habe und mich gefragt habe, wie soll ich die beiden jemals wieder finden, denn plötzlich rannten dort 50 Kinder rum, die alle gleich angezogen waren und natürlich haben es mir die beiden auch nicht ganz leicht gemacht, denn ich war zunächst die Neue und sie kamen nicht von alleine auf mich zu und es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit, bis sie mit mir kamen. Umso schöner ist es dann zu sehen, dass, sobald man einige Zeit da ist, sie von alleine angerannt kommen und sich freuen, einen zu sehen. Man merkt dann schon, dass man eine Freundin oder auch wie eine Schwester geworden ist, denn schließlich verbringt man die meiste Zeit zusammen. Es fängt beim Aufstehen, Frühstücken, Anziehen und zur Schule bringen an, dann habe ich sie wieder aus der Schule abgeholt, wir haben zusammen gespielt, viele Playdates gehabt, zusammen gebacken, Hausaufgaben gemacht, Ausflüge unternommen und abends habe ich sie dann auch oft wieder ins Bett gebracht, wenn meine Gastmum später kam.

Das Gefühl fremd zu sein, verfliegt dann ganz schnell!

Ich hatte das Glück viel Freizeit zu haben. In der Woche habe ich die Möglichkeit genutzt und habe während meine Gastkinder in der Schule waren eine Sprachschule besucht. Das ist ebenfalls eine wunderbare Möglichkeit neue Freude aus allen Länder kennen zu lernen. Am Wochenende war ich dann immer mit Freunden unterwegs: Sightseeing, Shoppen, Kino, Musical, in Pubs oder Clubs oder wir haben einfach nur faul im Park rum gelegen und gequatscht. London hat eigentlich jedes Wochenende irgendwas anderes zu bieten, irgendwelche Veranstaltungen gab es immer. Hatten wir dann mal Lust auf was komplett anderes, haben wir einfach einen Ausflug gemacht zum Beispiel nach Cambridge.

Als meine Zeit in London dann vorbei war, war der Abschied plötzlich auch ganz komisch. Bei der Verabschiedung in Deutschland wusste ich genau, ich sehe alle nach spätestens einem Jahr wieder, aber in London stellte sich dann doch die Frage: Wann sehe ich euch alle wieder? Denn plötzlich hat man Freunde aus aller Welt. Man hat mit ihnen soviel durchgemacht und es sind Freundschaften entstanden, wie man sie bisher noch nicht kannte und alle haben das gleiche durchgemacht und jeder wusste, wie sich der andere fühlt, sodass es zu einem unglaublichen Zusammenhalt kam.

Ich würde jederzeit wieder mit iSt als AuPair nach London gehen, um diese Erfahrung machen zu dürfen. London als Stadt ist einfach unbeschreiblich und auch die Menschen dort habe ich als sehr freundlich, offen und hilfsbereit kennen gelernt und am Ende sind das alles Erfahrungen die ich zu Hause nie hätte machen können.

Wer die Möglichkeit hat, sollte sie sich nicht entgehen lassen und unbedingt dieses Abendteuer wagen.

Dominique Usitzki

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