Genf: Maxi O.

Mein Name ist Maxi und ich komme aus Deutschland. Ich lebe seit dem 18. September bei meiner Gastfamilie und habe vor, bis Mitte Juli zu bleiben. Es handelt sich um eine italienische Familie, die drei Sprachen beherrscht: Englisch, Französisch und natürlich Italienisch. Für mich war es sehr hilfreich, da mein Französisch nicht besonders gut ist und ich mich mit ihnen Englisch verständigen konnte. Aber wenn man will, lernt man bei ihnen auch ein gutes Französisch.

Als ich in diese Familie kam, war ich noch sehr unsicher, wusste nicht was mich erwartet, hatte Angst. Aber mir wurde sehr geholfen, die neue Umgebung aufzunehmen und meine Arbeit ohne Schwierigkeiten zu meistern. Die Angst Fehler zu machen wurde mir genommen, da sie mich überhaupt nicht unter Druck setzten und alles so erklärten, dass eigentlich gar nichts schief gehen konnte. Falls doch mal etwas passiert ist, haben sie mich nett darauf hingewiesen. Es ist eine großzügige Familie, sie stellen dem AuPair sehr viel zur Verfügung. Denn nicht selbstverständlich ist es ein eigenes Auto, ein Telefon, Fernseher und sogar ein eigenes kleines Bad zu besitzen. Meiner Meinung nach sind es sehr gute Bedingungen, um nicht von der Außenwelt abgeschirmt zu sein. Außerdem trägt es zum Wohlfühlen bei. Ich denke es ist eine gute „AuPair Familie“, da sie auch mit der Arbeit sehr korrekt sind. Man arbeitet 6 Stunden am Tag und man kann sich die Zeit bis um drei frei einteilen. In dieser Zeit hat man nur die Hausarbeit zu erledigen, die Andrea (Vater) am Morgen aufschreibt (Bügeln, Staubsaugen, Staub wischen). Etwa zwei Stunden werden dafür benötigt. Es ist nur wichtig, dass man fertig ist, bis die Kinder um drei von der Schule abgeholt werden, was natürlich die Aufgabe des AuPairs ist. Die beiden Kinder Elenora (12) und Emanuele (9) gehen auf dieselbe internationale Schule, welche ca. 5 Minuten vom Haus entfernt ist. Dort sprechen sie Englisch im Unterricht als auch mit ihren Freunden. Es lohnt sich sogar, schon immer etwas zeitiger zur Schule zu fahren, da man dort viele AuPairs trifft, mit denen man Erfahrungen austauschen oder einfach nur reden kann. Es hat mir am Anfang sehr geholfen, da ich noch nicht sehr viele Mädels kannte. Die Kinder lieben es, wenn ihnen kleine Snacks mitgebracht werden, da sie nach der Schule sehr hungrig sind. Meistens wollen sie auch schnell nach Haus’, wo sie nochmals Kleinigkeiten zu sich nehmen: Sandwiches, Plinse etc. Dann geht’s auch schnell an die Hausaufgaben, bei welchen sie die Hilfe des AuPairs benötigen. Elenora meistert diese schon sehr selbstständig, jedoch braucht Emanuele Hilfe in Mathe, Schreiben oder was sonst noch anfällt. Auch muss man dabei oft motivieren, da es ihm nicht so leicht fällt und er natürlich lieber mit seinen Freunden spielen würde. Die Beiden haben viele Hobbies. Jeden Tag ist es die Aufgabe des AuPairs sie dorthin zu fahren und auch wieder abzuholen. Also ist der Führerschein für diese Familie eine ganz wichtige Sache. Ohne geht’s gar nicht. Auch ist es wichtig darauf zu achten, dass sie jeden Tag ihre Instrumente üben. Das wollen sie schon gern mal vergessen. Elenora spielt Klavier und Emanuele Drums und Gitarre. Die beiden sind also immerzu sehr beschäftigt. Der Tag endet dann so gegen sieben, was natürlich abhängig davon ist, wann die Eltern nach Hause kommen (verlassen morgens das Haus und kommen abends wieder). Für gewöhnlich kocht Loredana (Mutter) oder sie sagen, ob man schon etwas vorbereiten soll. Sie mögen es nämlich nicht, wenn die Kinder so spät essen. Es blieb mir überlassen, ob ich mit ihnen esse oder nicht. Es kam schon vor das ich es nicht tat, da ich mich zeitiger mit meinen Freunden treffen wollte. Man muss also keine großen Kochkünste mit hierher bringen! Ich hab mich nie für Kochen interessiert und nun habe ich durch Loredana viel gelernt und es macht mir sogar Spaß. Übrigens braucht man keine Angst haben hier allein zu sein, da es in dieser Region unwahrscheinlich viele AuPairs gibt. Jeder findet Anschluss! Ich kann nicht sagen, dass ich mich nur als Arbeitskraft gefühlt habe, da die Familie sehr versucht hat, mich ins Familienleben einzubeziehen und mich nett behandelt hat. Es ist eine sehr sportbegeisterte Familie. Eigentlich jedes Wochenende versuchen die Eltern ihren Kindern in sportlicher Richtung die beiden freien Tage zu gestalten und freuen sich auch, wenn man daran teilnimmt. Das Wochenende hat man auch immer frei und sie verstehen es natürlich, wenn man es bevorzugt etwas mit seinen Freunden zu unternehmen.

Ich hatte viel Zeit für mich und da man hier gleich in der Nähe von Genf wohnt, wird es nie langweilig. Wer in dieser Familie eine Aupairstelle antreten will, sollte schon viel Geduld haben und gut zuhören können. Denn die Kinder sind sehr lebhaft und immerzu am erzählen, da sie alles was sie erleben schnell loswerden wollen. Elenora ist schon sehr weit für ihr Alter und man kann sich auch über wichtige Sachen unterhalten. Wir haben uns eigentlich immer gut verstanden und ich hatte nie Probleme mit ihr. Emanuele ist sehr ehrgeizig und zeigt gern was er kann. Bei ihm ist es wirklich wichtig, Geduld zu haben und ihn für Dinge die ihn nicht interessieren zu motivieren. Er macht sehr viel Sport und man kann ihn immer begeistern, wenn man es auch beherrscht (Fußball, Basketball). Aber ich konnte es nicht und bin auch mit ihm klar gekommen! Natürlich gibt es mit Jungs in diesem Alter immer kleine Auseinandersetzungen, die man nicht do ernst nehmen sollte. Auch sollte man sehr zuverlässig sein, da viele Termine eingehalten werden müssen. Die Eltern sind sehr um ihre Kinder bedacht und am liebsten ist es ihnen immer ein Auge auf sie zu werfen. Ich bereue es nicht hierher gekommen zu sein, da ich in vielen Sachen sicherer geworden bin und auch einiges gelernt habe. Beim Autofahren fängt es schon an… Man muss einfach Entscheidungen allein treffen und hat nicht immer die Möglichkeit, andere zu fragen und man freut sich natürlich, wenn einem diese gelingen. Wer sich dafür entscheidet als Au Pair zu arbeiten, sollte unbedingt Verantwortungsbewusstsein mitbringen, denn die meiste Zeit bist DU für die Kinder da und musst auf sie aufpassen. Das gute an dieser Familie ist, dass sie schon sehr viele Au Pairs hatten und dadurch auch viel Erfahrung haben und Verständnis. Falls du dich für einen AuPair Aufenthalt entscheidest, wünsche ich dir viel Spaß beim Erfahrungen sammeln, erleben, ausprobieren…

Liebe Grüße, Maxi