Rockville: Anja Eckardt

Zwei aufregende Jahre in Maryland

Vor nun mehr als zwei Jahren habe ich es gewagt: Ich habe meinen Aufenthalt als Au Pair in den USA angefangen. Wer hätte gedacht, dass ich zwei Jahre mit einer mir damals noch fremden Familie verbringen würde und heute – nur zwei Wochen nach meiner Rückkehr nach Deutschland – genau diese Familie schon richtig vermisse? 

Meine Gastfamilie - das sind die Eltern, zwei Mädchen (9 und 10) und ein Junge (14) - lebt in Rockville, Maryland, nur eine halbe Stunde von Washington D.C. entfernt. Die letzten zwei Jahre habe ich mich hauptsächlich um „meine Mädels“ gekümmert, aber auch gerne Zeit mit dem Ältesten verbracht. Meine Aufgaben bestanden hauptsächlich im Bereich der Kinderbetreuung, aber auch minimale Hausarbeiten gehörten dazu. An einem Schultag habe ich die Kinder gegen sieben geweckt, mit ihnen gefrühstückt, sie für die Schule vorbereitet und zum Schulbus gebracht oder zur Schule gefahren. Danach habe ich kleinere Aufgaben im Haus erledigt, wie zum Beispiel die Wäsche der Mädchen waschen. Danach hatte ich meistens bis 15 Uhr frei. Diese Zeit habe ich genutzt um zum College zu gehen, Freunde zu treffen oder einfach zu relaxen. Am Nachmittag habe ich die Kinder von den verschiedenen Schulen abgeholt, ihnen einen kleinen Snack zubereitet und mit ihnen die Hausaufgaben erledigt. Danach hatten wir noch ein bisschen Zeit zum Spielen bis die Eltern von der Arbeit kamen und ein gemeinsames Abendessen zubereitet wurde. Danach hatte ich schon wieder Schluss. Über meine Arbeitszeiten konnte ich mich also nie beschweren J Natürlich hatte ich super viel Spaß mit den Kindern. Wir sind Fahrrad und Tretboot gefahren, gewandert, waren oft schwimmen, haben uns gegenseitig die Nägel lackiert oder auch einfach nur mal einen Film geguckt. Logischerweise gab es auch stressige Zeiten, wenn die Kinder zum Beispiel ihre Sommerarbeit erledigen müssen oder Zahnarzttermine haben. 

An den Wochenenden hatte ich meistens frei und viel Zeit um zum Beispiel Washington D.C. zu erkunden. Natürlich ist D.C. nicht so aufregend wie New York, aber man findet trotzdem immer was zu tun. Zum Beispiel sind fast alle Museen umsonst, es gibt viele Cafés und oft Konzerte. Eins meiner Highlights war zum Beispiel das Feuerwerk am 4. Juli und nicht zu vergessen die Amtseinführung von Barack Obama, die ich in Washington D.C. zusammen mit Millionen von Menschen miterleben durfte. 

Meinen Urlaub habe ich auch super genossen. In meinem ersten Jahr habe ich zuerst eine einwöchige Rundreise in Florida gebucht. Ich hatte eine richtig entspannende Woche und habe viele nette Leute getroffen. Nach diesem eher relaxten Strandurlaub habe ich mich entschlossen für eine Woche an die Westküste zu fliegen. Dieser Urlaub war viel abenteuerlicher. Nach 20 Monaten als Au Pair kamen mich endlich meine Eltern besuchen. Mit ihnen besuchte ich wieder die Westküste: L.A., Grand Canyon, Bryce Canyon, Las Vegas und vieles mehr stand auf dem Programm. Mein 25. Reisemonat ermöglichte mir für zwei Wochen nach Alaska zu fliegen. Diese zwei Wochen waren einfach traumhaft und ein super Ende für zwei wunderbare Jahre. 

Anja Eckardt 

Weitere Erfahrungsberichte aus Maryland